Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche

  

       

Kirche aktuell: News & Fußnoten                                               

 

- Dürfen Bischöfe wirklich mogeln? "Auf dem Höhepunkt der Kirchen- und Missbrauchskrise im September 2010 hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Erzbischof Dr. Robert Zollitsch einen Dialogprozess angekündigt. Die deutschen Bischöfe konnten sich aber noch nicht einmal auf das zeitnah versprochene gemeinsame Hirtenwort einigen. ... Erst am 17. März 2011 erschien ein verspätetes Wort der deutschen Bischöfe an die Gemeinden. ... Viele der 27 deutschen Diözesen haben die von der Mannheimer Auftaktveranstaltung angestoßenen Prozesse nur sehr zögerlich aufgenommen. Nur sehr wenige Internet-Seiten der Bistümer informieren überhaupt darüber, wie eine Internet-Recherche von Wir sind Kirche ergab. Beim Papstbesuch, den die Bischöfe als Teil des „Dialogprozesses“ angekündigt hatten, war von Gespräch oder gar Dialog keine Rede mehr. Der Papst ging mit keinem Wort darauf ein."  mehr                                                                                                                                            
- Viele kennen zwar den "Urwalddoktor", aber der nach wie vor erfrischende Nonkonformist und Theologe Albert Schweitzer dürfte manchen unbekannt geblieben sein. O-Ton AS: "Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich ... Man wird auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht."  mehr     

Hier klicken: Mein Te Deum - Tagesimpulse   

- Peter Hünermann für eine Generalynode der Lateinischen Kirchen: "In den Diözesen oder bei den Metropoliten, wir haben eine lange Tradition, dass in den Diözesen oder den diözesanen Verbänden in regelmäßigen Abständen Synoden stattfanden. Das Mittelalter ist ohne die Synode überhaupt nicht denkbar. Wenn Sie sich vorstellen, die Fragen der Bischofsernennung zum Beispiel, das sind alles so Punkte, wo synodale Prozesse mit ins Spiel kommen. ... Wir bräuchten eigentlich im Moment eher eine Art Generalsynode der "Lateinischen Kirche", weil wir eine ganze Reihe von Problemen haben, die wir im Grunde genommen in der "Lateinischen Kirche" erst noch mal regeln müssen, weil das auch in den Unierten Kirchen, in den Ostkirchen, sehr viel offener gehandhabt wird. Wir haben mit Problemen zu tun, die die zum Beispiel nicht haben, wie die Integration, also auch Verheiratete in den Klerus und all solche Fragen. Ich meine, dass wenn jetzt wieder ein Konzil ausgerufen wird, müsste man im Grunde genommen ganz wesentliche Entscheidungen in Bezug auf die Ökumene treffen können. Das müsste aber vorbereitet sein und das ist im Moment nicht vorbereitet. Denn das würden die Leute erwarten." 

Interviewseite bei Deutschlandradio  Direktlink zum MP3-Podcast bei Deutschlandradio   
     

- Der Theologe Schorlemmer zur Schuhgröße von Christian dem Unglücklichen: "Es gibt in der Politik einige Positionen, in denen man kaum noch zwischen Privatem und Öffentlichem unterscheiden kann. In einem zerschleißenden Vollzeitjob muss man fast immer verfügbar sein. Das ist eine permanente Belastung, aber ein Präsident darf trotzdem nicht die Contenance verlieren. Bei Wulff gewann man den Eindruck: Diesem Anspruch kann er nicht genügen. Er hat schöne Schuhe an; aber die Schuhgröße passt nicht. ... Wulff ist jung genug, um seine Lebensplanung noch einmal neu zu justieren und sich ganz normal im Leben einzurichten. Er würde sich und dem Amt sehr nützen, wenn er in seinen eigentlichen Beruf als Jurist zurück ginge und bewusst auf die ihm lebenslang zustehenden Tantiemen verzichten würde. Denn die Wut im Volk darüber, dass er für den Fall seines vorzeitigen Ausscheidens lebenslang mit 200 000 Euro jährlich ausgesorgt hätte, wird zur Wut auf unser ganzes demokratisches System - besonders bei Menschen, die ihre Arbeit verlieren und nach einem Jahr in Hartz IV zurückfallen. Ein Beispiel könnte Wulff sich nehmen - an Margot Käßmann. Aber dazu bräuchte er das, was er nicht hat: Größe."  mehr       

- Wie kommt die Weihnachtsgans auf meinen Teller? "Weihnachtszeit ist Essenszeit: Gans, Wild oder einfach nur Kartoffelsalat mit Würstchen kommen oft in deutschen Familien auf den Tisch. Der Priester und Zoologe Rainer Hagencord vom Institut für Theologische Zoologie an der philosophisch-theologischen Hochschule der Universität Münster ruft im Interview dazu auf, den Fleischkonsum zu überdenken. ..."  mehr  Tipp: Sehen Sie sich einmal den zweifelsfrei sehr ernüchternden ZDF-Beitrag "Küken in der Hühnerzucht" auf YouTube an! 

- Rainer Maria Woelki als neuer Berliner Kardinal: "Der künftige Kardinal gilt als theologisch konservativ; er hat an der "Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz" der Gemeinschaft Opus Dei promoviert und war Weihbischof unter dem Kölner Kardinal Joachim Meisner, der Führungspersönlichkeit des konservativen Flügels der deutschen Bischofskonferenz. In den ersten Monaten seiner Amtszeit in Berlin hat Woelki dieses Bild aber immer wieder durchbrochen. Er ist in den Arbeiterstadtteil Wedding gezogen, in dem viele Arme und Migranten leben; er traf sich mit Flüchtlingen und kritisierte ..."  mehr      

- Orgel & Genuss aus protestantischer Sicht: "Nachdenkliches ... Eine Kirche, die den Aufbruch will, braucht etwas Anstößiges: z.B. eine Orgel. Allen, die sie hören (was nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung sein wird), wird sie ein Genuss sein. Und Genuss ist für viele Protestanten immer noch etwas Anstößiges. Daher lobe ich eine solche Verschwendung, denn sie ist christlich. (nach: Dr. Harald Schroeter-Wittke [Theologe, Pfarrer und Kirchenmusiker], Festrede zu einer Orgeleinweihung)"  mehr   

- Bischöfliche Dienstwagen: „Das Ergebnis ist enttäuschend – viele Bischöfe predigen ihren Kirchengemeinden richtigerweise die Notwendigkeit des Klimaschutzes – haben aber selbst Benzin im Blut“, sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. „Wir fordern die deutschen Bischöfe auf, ihre Klimaschutzrhetorik auch für sich selbst ernst zu nehmen und aktiv zum Schutz des Klimas und damit zum Erhalt unseres Planeten beizutragen.“  mehr 

- Jesus & Bethlehem: "Jahr für Jahr feiert die Christenheit die Geburt ihres Erlösers. Jahr für Jahr zieht es Tausende von Pilgern nach Bethlehem. Nur: Jesus ist nicht in Bethlehem geboren. Höchstwahrscheinlich hat Jesus das Städtchen Bethlehem in seinem ganzen Leben nie betreten. In diesem Hörbuch wird – ohne theologische Spezialistensprache – ein kritischer Blick auf die Weihnachtsgeschichte geworfen. Dabei stellen sich folgende Fragen: Wie kam die Krippe nach Bethlehem? War Jesus wirklich ein Nachfahre des legendären Königs David? Hielt er selbst sich für Gottes Sohn? Historisch war manches anders, als die Weihnachtsgeschichte es berichtet. So kann man an diesen Erzählungen Anstoß nehmen. Oder Anstöße bekommen. Denn wenig biblische Erzählungen stellen den Kern der christlichen Botschaft so anschaulich dar. Kaum ein Text der Bibel spricht so direkt zu den Herzen der Menschen. Martin Koschorke will nicht einfach nur einen Mythos zerstören, sondern im Gegenteil verdeutlichen, dass die offizielle Version der Geschehnisse in Bethlehem historisch zwar falsch, aber menschlich und religiös verständlich, ja sogar notwendig war."  mehr           

- Vatikan-Experte und sein erster Satz: "Joseph Ratzinger hätte nicht Papst werden dürfen": "Offene Kritik am Papst ist selten - gerade in Italien. Doch der angesehene Vatikan-Experten Politi findet in seiner gerade erschienenen kritischen Papst-Bilanz klare Worte. Er nennt Benedikt XV. einen "sanften Spalter", der ständig neue Konflikte schaffe und ..."  mehr       

- Die römische Verweigerung einer längst notwendigen Kirchenreform und die Untätigkeit der Bischöfe erlauben uns nicht nur, sondern sie zwingen uns, dem Gewissen zu folgen und selbständig tätig zu werden: Wir Priester wollen künftig ...  mehr auf der Seite Protest & Aufbruch          

- Deutsche Fürstbischöfe? Klarstellungen des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst:
" ... Zum Beispiel haben Sie die Leitung von Pfarrgemeinden durch Laien verboten, die Ihr Vorgänger Franz Kamphaus ermöglicht hat. Warum?

                                                                                                                           Weil dies sich nicht mehr bewährt. Anfang der 1990er Jahre waren die ersten kleinen Gemeinden ohne eigenen Pfarrer. Um das aufzufangen, hat man damals nur im Bistum Limburg pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Situation gebracht, quasi Gemeindeleitung vor Ort zu übernehmen. Die hiesige Praxis hatte das Kirchenrecht nur als Ausnahme in Notsituationen im Blick. In der katholischen Kirche ist ausdrücklich die Leitung an das sakramentale Weiheamt gebunden. ...

Den ganzen Ärger hat Ihnen Ihr Vorgänger Franz Kamphaus eingebrockt: Verzicht auf Bischofshaus, Verzicht auf einen großen Dienstwagen. Hadern Sie manchmal mit dieser plakativen Bescheidenheit?
                                                                                                                             Ich halte es für wichtig, zu vermitteln, warum wir im Bistum zu welchen Entscheidungen kommen. Mein Vorgänger hat im Priesterseminar gewohnt. Längst aber findet unsere Priesterausbildung für unser Bistum nicht nur, wie schon immer, in St. Georgen, sondern – gemeinsam mit vier weiteren Diözesen – in Hamburg statt. Im Jahre 2001 ist aus unserem Priesterseminar ein Tagungshaus geworden mit regem Tagungsbetrieb und ständig wechselnden Gruppen. Und was das Auto betrifft: Mit dem Dienstwagen, den ich schon von meinem Vorgänger übernommen haben, lege ich im Jahr 80.000 Kilometer zurück, um möglichst viel vor Ort und im Gespräch zu sein.

Vielleicht geht es mehr um den ganzen Habitus. Wissen Sie eigentlich, wie die jungen deutschen Bischöfe in Rom spöttisch genannt werden? Principi vescovi, Fürstbischöfe.
                                                                                                                            Das habe ich noch nicht gehört. Was soll damit gemeint sein? ..."  mehr    
 

- Hans Küng, Herbert Vorgrimler und die Aufsässigkeit: Gar keine Frage: Hans Küng kann schreiben - und wie! Spannend, umfassend informativ und persönlich aufrichtig. Es ist eine Lust, seine mehr als zahlreichen Zeilen zu lesen, um einmal Ulrich van Hutten sinngemäß miteinzubinden. Freilich wäre es eine Verkennung der Textsorte "Autobiographie" zu meinen, dass ein derartiges Unterfangen gänzlich ohne Selbstdarstellung und Polemik geschehen könnte, was Küng ...  mehr    

-> zur Seite: Abendmahl frei nach Karl Rahners Tipp: "Probieren Sie es doch mal aus!"    

- Weihnachten immer winterlicher oder Christkind contra Nikolaus: "... Das Christkind können Sie aber nicht winterlich machen, weil es immer leicht bekleidet ist und sich von der Formensprache vom Engel ableitet. Ein Engel mit Wintermantel geht nicht." In der Werbeindustrie sei der Engel mittlerweile durch einen durch die Luft fliegenden Rentierschlitten ersetzt worden. Hirschfelder beobachtet, dass zunehmend christliche Worte und Elemente aus dem Weihnachtsgeschäft gedrängt werden. Auf dem Bonner Weihnachtsmarkt tauche beispielsweise das Wort "Christ" nur einmal auf: auf einem Mülleimer mit dem Schriftzug "Merry Christmas". Der zentrale Markt auf dem Münchner Flughafen hieße "Wintermarkt". Viele Menschen brächten heute Weihnachten nicht mehr automatisch mit Christus in Verbindung, die Krippe sei stark auf dem Rückzug auf kommerziellen Weihnachtsmärkten. Selbst der Stern von Bethlehem sei mancherorts mittlerweile zur Schneeflocke geworden. ..."  mehr zum "Christkind"               

- "Es gibt auch Stimmen, die sagen: Dann muss sich die Kirche eben gesundschrumpfen. Was erwidern Sie denen?  Den Begriff „gesundschrumpfen“ halte ich für äußerst gefährlich. Wenn in Deutschland am Sonntag 13 Prozent der Katholiken in die Kirche gehen, dann bleiben über 80 Prozent, die unserer Zuwendung auch anvertraut sind. „Gesundschrumpfen“ hat den Anspruch, dass das, was dann als „Rest“ bleibt, automatisch das „Gesündere“ ist. Wir müssen alle im Blick behalten, für die wir da sind, wir müssen Menschen positiv gewinnen wollen, sonst geben wir unseren Auftrag und unsere Mission auf."  Bischof Bode, Osnabrück, Interview Liborius 27.2.2011   

 

- Hans Küng im Interview: "Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Bischofskonferenz zunehmend unter den Einfluss von Meisner geraten ist, was man eigentlich nicht für möglich gehalten hätte. Meisner hat eben den direkten Draht zum römischen Machtkern. Zu seinem Gefolge zählen jüngere Bischöfe wie Tebartz-van Elst in Limburg. Auch der neue Erzbischof in Berlin, Rainer Woelki, ist ein Meisner-Schützling. Man versucht, die strategisch wichtigsten Posten zu besetzen, auch das hat System. Man will mit allen Mitteln das Herrschaftssystem stärken. ... 

Es gibt aber auch Anzeichen, dass Widerstand nicht vergeblich ist. Das römische Verbot von Ministrantinnen scheiterte am Ungehorsam von Seelsorgern und Gemeinden. In Österreich haben sich rund 400 katholische Priester und Diakone zu einer Pfarrer-Initiative zusammengetan, die angesichts der "römischen Verweigerung einer längst notwendigen Kirchenreform und der Untätigkeit der Bischöfe" zu offenem "Ungehorsam" aufruft. Sie wollen etwa das vatikanische Predigtverbot für Laientheologen missachten und wiederverheiratete Geschiedene, Protestanten, sogar Ausgetretene zur Kommunion zulassen. Vom Wiener Kardinal Christoph Schönborn wurden sie sofort mit Sanktionen bedroht. Aber sie berufen sich auf ihr Gewissen und lassen sich nicht mehr einschüchtern. ...

Es gibt rund 5000 Bischöfe auf der Welt, und keiner hat sich öffentlich zu äußern gewagt. Das zeigt doch, dass da etwas nicht stimmt. Wenn Sie mit einzelnen Bischöfen reden, hören Sie oft: "Im Grunde ist es so, wie Sie sagen, aber man kann nichts machen." Es wäre wunderbar, wenn ein prominenter Bischof mal verlauten ließe: "So geht es nicht weiter! Wir können nicht die ganze Kirche opfern, um den römischen Bürokraten zu gefallen." Aber bisher hat keiner den Mut gezeigt. ..."  zum Spiegel-Interview
     

- Priestertum aller Gläubigen auch bei den Katholiken? "... Zugleich erinnert Glück, der frühere bayerische Landtagspräsident, an das im Frühjahr in Erfurt veröffentlichte "Plädoyer für eine lebensnahe Ökumene". ... Und wieder geht es auch um die Zulassung der Frauen zum die sakramentale Weihe zur Diakonin, die diesmal per Entschließung für den gegenwärtigen Dialogprozess in den 27 katholischen Bistümern eingefordert werden soll. Erstaunlich dabei ist ..."  mehr   

- Moraltheologe Schockenhoff gegen den automatischen Ausschluss von den Sakramenten nach zweiter Eheschließung: "... Für viele ist der eigentliche Skandal, an dem sie Ärgernis nehmen, nicht die Tatsache, dass wiederverheiratete Geschiedene zum Tisch des Herrn treten. Empörung und Unverständnis löst für viele Gläubige vielmehr der Umstand aus, dass diese Menschen von Rechts wegen unterschiedslos und dauerhaft vom Zentrum des kirchlichen Lebens ausgeschlossen sein sollen." (aus: frau und mutter, Menschen - Leben - Vielfalt, Zeitschrift der kfd, Nr. 12/2011)

"... Nach seinen Vorstellungen kann es beispielsweise eine Segensfeier für die zweite, dann lediglich standesamtlich geschlossene Ehe geben. Die Möglichkeit einer zweiten, feierlichen kirchlichen Trauung hält er aber nicht für sinnvoll. Die Praxis, wie sie die Orthodoxen Kirchen kennen, hält der Priester ebenfalls nicht für übertragbar auf die katholische Seite. Eine Segensfeier für die Wiederverheirateten können den Startpunkt markieren, an dem die beiden Ehepartner wieder neu das Altarsakrament empfangen dürften – mit diesem Schritt würde die Kirche die Zweitehe dulden, jedoch nicht den hohen Wert einer in lebenslanger Treue gelebten Ehe preisgeben. Dass ein Wechsel der kirchlichen Haltung bevorsteht, davon ist Schockenhoff jedenfalls überzeugt. Das derzeit noch geltende Verbot des Kommunionempfangs geiselte der Moraltheologe als „Relikt des vorkonziliaren Vertragsdenkens“. Heute verstehe man die Ehe weniger als Vertrag, denn als Bund. ... Mehrfach zitierte Schockenhoff seinen früheren „Professoren-Kollegen“ Josef Ratzinger, den heutigen Papst. Der hatte bereits 1969 geschrieben, ein Wandel der kirchlichen Praxis gegenüber Wiederverheirateten stünde nicht im Widerspruch zur überlieferten kirchlichen Lehre. Neben der strengen hochkirchlichen Regel könne es eine „geschmeidigere Praxis in der Seelsorge“ geben, habe Ratzinger geraten." (aus: der pilger - Kirchenzeitung für das Bistum Speyer vom 11.11.2011)   

- Angesichts des bischöflichen Abschieds vom Weltbild-Verlag verwundert es Christenmenschen, wenn ihnen mitgeteilt wird, dass die kirchlichen Einnahmen in der BRD nur zu 50 % aus Kirchensteuereinnahmen bestehen sollen. Aber mehr noch: "... Fast unbekannt ist, dass die Kirche jede Menge Anteile an Versicherungen und Wohnungsbaugesellschaften hält. Die Aachener Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft etwa, die hauptsächlich den Bischöfen aus Köln, Münster, Paderborn und Aachen gehört, besitzt 23 000 Wohnungen. Der Vermögenswert beläuft sich nach Schätzungen auf knapp drei Milliarden Euro. Ein zweites Beispiel: Die ehemalige Volkshilfe Lebensversicherung der Caritas. Seit sie mit der Aachener und Münchener Lebensversicherung verschmolzen ist, weiß kaum jemand, dass schätzungsweise zwei Drittel der Kapitalanlagen von AM kirchlichen Rechtsträgern zuzuordnen sind. Auch hier geht es um Milliarden Euro. Weniger bekannt ist auch ..."  mehr 

Birgit-Sara Fabianek schrieb zusammen mit Thomas Seiterich das Buch: "Und vergib uns unsere Schulden. Die Finanzpolitik der katholischen Kirche und ihre Geheimnisse"  mehr   
 

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- Gotteskrise und Kirchenkrise zugleich: "... Dass es neben dem Priestermangel und den daraus resultierenden Strukturveränderungen aber auch eine tiefer gehende Krise des Glaubens und der Kirche gibt, ist gerade in Bruchsal nicht zu übersehen. Auf der einen Seite steht die aus der Geschichte erwachsene christliche Prägung der Stadt. Sie zeigt sich unter anderem an der starken und wirkungsvollen Präsenz des Caritasverbandes mit seinen Einrichtungen. Zudem befinden sich fast alle Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft. Auf der anderen Seite aber spiegeln diese Strukturen nicht mehr die gesellschaftliche Wirklichkeit wider, wie Jörg Sieger anhand von Zahlen belegt. So ist es beispielsweise im einstmals „katholischen" Bruchsal Realität, dass es in einer zweiten Grundschulklasse nur noch ein einziges katholisch getauftes Kind gibt. Und dass sich der katholische Kindergarten St. Elisabeth mit seinen gerade mal sechs getauften Kindern mit dem Kindergarten St. Paul zusammentun muss, um überhaupt einen Gottesdienst feiern zu können, sagt ebenfalls einiges aus über die gesellschaftlichen Veränderungen, die sich nicht einfach auf fehlende Reformen in der Kirche zurückführen lassen. ... Aber gerade in dieser Situation bräuchte es Jörg Sieger zufolge nicht weniger, sondern mehr Personal. Frauen und Männer mit entsprechender Ausbildung, die nicht mehr warten, bis die Menschen auf die Kirche zukommen, sondern umgekehrt „den Leuten nachgehen" und Beziehungen aufbauen, wie er betont. Beziehungen, ohne die ein Gemeindeleben nicht möglich ist, die aber ein Pfarrer aufgrund der ständig wachsenden Größe seines Zuständigkeitsbereichs nicht mehr pflegen kann."  mehr      

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- "Das Leben an der Basis ist vielerorts zusammengebrochen: „Religion, die zur Tradition erstarrt, ist dem Untergang geweiht“ (Fritz P. Rimhofer) und in dieser Lage sollte man sich nicht auf das Wort der Schrift verlassen, dass die Mächte des Bösen die Kirche nicht überwältigen. Jeder Verein würde zumindest nachdenklich, wenn die Zahl der Austritte die der Neuaufnahmen bei weitem übersteigt. Zur Situation, dass im vergangenen Jahr weit mehr Katholiken aus der Kirche ausgetreten sind als Taufen gespendet wurden, schrieb die Katholische Nachrichtenagentur verharmlosend (ganz im Stil nicht weniger deutscher Bischöfe): „Zahl der Katholiken in Deutschland geht leicht zurück.“ Dabei ist, durch die Zusammenlegung von Pfarreien zu großräumigen ‚Seelsorgeeinheiten’ das kirchliche Leben an der Basis bereits vielerorts zusammengebrochen. ...

Nicht wahrgenommen wird weiterhin der Entfremdungsprozess, der für den massiven Schwund, immerhin hat eine ganze Großstadt (über 180.000) von Katholiken der Kirche den Rücken gekehrt, verantwortlich ist. In einem Kommentar schreibt die Wochenzeitschrift „Christ in der Gegenwart“: „Viele Vorbehalte gegen die kirchliche Institution und ihr Erscheinungsbild haben sich angestaut, sodass die Missbrauchsfälle nur der berühmte Tropfen sind, der das Fass zum Überlaufen bringt. Dann aber muss über Glaubensschwierigkeiten ebenso gesprochen werden wie über die Kirchenverfassung, die auch nicht vom Himmel gefallen ist, sondern sich historisch herausgebildet hat.“

Die deutschen Bischöfe setzen jetzt alles auf eine Karte, auf den Besuch des deutschen Papstes im Herbst. Wenn dieser Besuch wieder nur zum Event wird, „zur folkloristischen Trachtenfeier“ (Bischof Jan Konzal), wenn keine klare Worte gesprochen werden und keine eindeutigen Signale von allerhöchster Stelle, dann werden sich in diesem Jahr die Kirchenaustritte massiv fortsetzen. Anzeichen dafür gibt es genug."  Roland Breitenbach, in: www.stmichael.de ("Woche"/06.08.11)   
  

- Zum Thema Kirche und Kapital: Gerne wird in der deutschen Kirchenmusikszene der Umstand tabuisiert, dass derzeit im Speyerer Dom ein weiteres Instrument (Orgelbau Seifert IV/87) entsteht, dessen Finanzierung durch die deutsche Industriellenfamilie Quandt mit - mittlerweile verzinsten - 1,8 Millionen Euro als ethisch höchst umstritten gelten kann. Die Vorbehalte gegenüber der Art und Weise, wie die genannten Sponsoren - abseits des immer wieder multiplizierten BMW-Mythos - ihren mittels Waffenproduktion ...  mehr    

- "Frühe Zitate von Joseph Ratzinger" - Eine Zusammenstellung von Prof. Dr. Norbert Scholl: Der junge Theologe Joseph Ratzinger hat als offizieller Berater (Peritus) des Kölner Kardinals Josef Frings das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) entscheidend mitgeprägt. Da er nach eigener Aussage „in allen wesentlichen Dingen doch identisch geblieben“ sei (Fernsehinterview am 13. August 2006), darf sein jetziges Wirken auch an seinen frühen Aussagen gemessen werden.  mehr     

- Der verheiratete orthodoxe Priester und Vater Viktor Kurmanowytsch, der mit der Erlaubnis von Kardinal Schönborn in einer katholischen Gemeinde Wiens tätig ist: "Mir tun nur diese Bischöfe nicht leid, die den Kopf in den Sand stecken und behaupten, dass alles eh ok ist und überhaupt kein Problem sichtbar ist. Mir gefallen diese Bischöfe überhaupt nicht, die behaupten, dass bei Verlangen und Durchsetzen von längst fälligen Reformen die Einheit der Kirche gefährdet ist. Ist denn die Gesamtkirche nicht mehr gefährdet, wenn sie das Evangelium auf die gleiche Stufe wie die mittelalterlichen unsinnigen Paragraphen, resultierend aus einer entrückten, teilweise mit Ablaufdatum versehener Tradition, stellt? Aber ich liebe diese Kirche! Ich liebe die unverwässerte Frohbotschaft Christi und den befreienden Glauben. Ich bin dankbar, dass nichts über die rigorose Zentralisierung der Weltkirche im Neuen Testament zu finden ist. Ich bin dankbar, dass Jesus nicht ..."  mehr   

- Hans Küng und die Kirchendiagnose vom Sterbenskrank-Sein: "In der gegenwärtigen Situation kann ich es nicht mehr verantworten zu schweigen", sagt Hans Küng. Die katholische Kirche steckt für ihn in einer schweren Krise. Diese muss man sachlich und vorurteilsfrei beschreiben, erst dann kann man Therapien in Angriff nehmen. In der SWR2 Aula spricht der Kirchen- und Papstkritiker Hans Küng von Absolutismus, Zensur, von Konservativismus und autoritären Strukturen, und er zeigt, warum seine Kritik ..."  Manuskript & Podcast   

- "... 2006 hat Bischof Morris festgestellt, dass in seiner Diözese 2014 mit ihm nur mehr 19 Priester sein werden. Zur Lösung des Priestermangels schlug er vor, aus dem Amt geschiedene Priester wieder und verheiratete Männer sowie Frauen mit priesterlichen Diensten zu betrauen, wenn dies die Kirche zulasse. Ein so fürsorglicher, vorsichtiger und transparenter Vorschlag genügte, dass der Vatikan reagierte.

Die Verantwortlichen in Rom zeigten wie sehr sie problembezogene, lösungsorientierte und transparente Auseinandersetzungen scheuen. Ohne eine sachbezogene Diskussion unter Kollegen setzten die vatikanischen Bürokraten einseitig auf Verleumdungen romtreuer Gläubiger aus der Diözese Toowoomba und beschlossen die Abberufung des Bischofs. Diese Entscheidung zeigt auch, wie sehr selbst der Papst ein Gefangener seiner Bürokraten ist. In seinem Namen wurde die Abberufung ausgesprochen. ..."  mehr  
  

- MuTh-Rezension des Buches von Bischof Geoffrey Robinson "Macht, Sexualität und die katholische Kirche - Eine notwendige Konfrontation": Wer in Robinsons Buch polemische Attitüden sucht, wird ebenso enttäuscht sein wie der durchschnittliche Volkskirchensozialisierte irritiert zurückbleiben muss und in einen weiteren Denkprozess hineingerät, der ihn nicht mehr loslässt. Man spürt: Der bischöfliche Autor schreibt mit brennender Sorge um die Sache des Wanderpredigers Jesus von Nazareth. Gewiss wird man die mit sehr viel Lebenserfahrung gewonnenen Einsichten des pensionierten Klerikers aber auch pointieren können: Das System katholische Kirche stecke im Gefängnis der Vergangenheit und werde ohne nachhaltige Veränderung gegen die Wand fahren, was sich - in seinem Ausmaß und innerkirchlich noch kaum recht erfasst - gerade an den zahlreichen Fällen ...   mehr     

- "In seinem Beitrag “Mehr Geschlecht als Recht? Zur Stellung der Frau nach Lehre und Recht der römisch-katholischen Kirche” (enthalten im Sammelband “Zur Brisanz der Geschlechterfrage in Religion und Gesellschaft“, Innsbruck 2009) stellt der Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke “drei im Einzelnen sehr verschieden ausgeprägte Varianten” vor, die Gläubigen als Handlungsalternativen im System der “römisch-katholischen Kirche” zur Verfügung stehen:

Der kämpferisch-emanzipatorische Weg transzendiert das römisch-katholische System und führt zwingend aus ihm heraus. (…)

Der evolutiv-reformerische Versuch bleibt in der Methode systemimmanent, setzt auf Überzeugungsarbeit den Verantwortlichen gegenüber. Am Ziel ‘Gleichberechtigung’ hält er aber fest und ist insoweit illusionär. Er blendet den geltungstheoretischen Status lehramtlicher Aussagen, einschließlich irreformabler wie etwa die Unmöglichkeit der Priesterweihe für Frauen, aus. (…) Letztlich handelt es sich um eine uneingestandene oder anonyme Identifikation.

Der explizit identifikatorische und konfessorische Weg ist der einzig kirchenamtlich legitime und gewünschte."  (Thomas Wystrach im ehemaligen Blog von Publik-Forum)    

- Überarbeitung der Seite: "Am Stamm des Kreuzes geschlachtet" vs. "Ich preise seinen Tod nicht" - Aspekte der Sühnetheologie   jetzt mit neuen Podcast-Links   mehr   

- Es ist mit tiefem Schmerz und auch großer Trauer festzustellen, dass der Ruf vieler Christinnen und Christen im katholischen Ritus nach Reformen seit Johannes Paul II. völlig ungehört bleibt. Einer Einschätzung des Theologen Hans Küng zufolge dürften sich ca. 80 % der Kirchenmitglieder für ...  mehr auf der Seite Sehnsucht & Ziel    

                                                                                                                                         

                                                                                                                       

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