Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche 

                                                                                                                    

                                                                                                                                                      2010 Folge 5: Notizen, Updates & aktuelle Links ...   

                                                                                             Spruch der Woche                                                                  

Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. (Jesus von Nazareth nach Lukas 14)
         
 

                                                                 
"Die Konservierung von Pfarrwitwen und -töchtern bei der Pfarrstelle, auch als Konservierung bei der Pfarre oder Pfarrkonservation bezeichnet, war eine nach Einführung der Reformation in Norddeutschland vor allem in Mecklenburg und Pommern, aber auch in anderen protestantischen Ländern Mittel- und Nordeuropas übliche Rechtsgewohnheit, wonach der Amtsnachfolger die Witwe oder eine Tochter seines Vorgängers zu heiraten hatte, um an eine Pfarrstelle zu gelangen. Die Konservierung, also Erhaltung der Witwe oder der Tochter an der Pfarrstelle, wurde bis ins 19. Jahrhundert zu einem verlässlichen Mittel der Witwenversorgung. Diese Verfahrensweise entsprach der in der Frühen Neuzeit üblichen Witwenversorgung."  mehr         

Update der Seite: Noten/Kostenfrei:  WWW-ist-umsonst-Mentalität und mehr    

Ghetto-Parallelgesellschaft ohne Kirche: "Der Kölner Kabarettist Jürgen Becker unternahm vor einigen Jahren eine ganz spezielle Stadtführung. In einem Reisebus tourte er durch alle möglichen und unmöglichen Viertel seiner Heimatstadt. Und er mutete den mitfahrenden Gästen auch deren »Problemviertel« zu: Den Nobelstadtteil Hahnwald, Wohnsitz der Zumwinkels, Daums und Raabs, wo sich hinter hohen Mauern und Hecken Villa an Villa reiht. Kölns »sozialer Brennpunkt«, wie Becker erklärte. Eine Parallelgesellschaft ganz eigener Art. Ohne Lebensmittelgeschäfte, Kneipen und Kindergärten werde auf alles verzichtet, was das Leben lebenswert mache."  mehr    

Singen mit Kindern nach der Braunschweiger Methode: Gerd-Peter Münden ist ausgewiesener Fachmann für Kinderchorleitung. Seine beliebten Kompositionen und Publikationen haben sich vielfach bewährt und geben wertvolle Hilfen für die eigene Praxis. Dieser Workshop stellt altersgerechte Modelle zur Liedeinstudierung vor. Der Braunschweiger Domkantor ist davon überzeugt, dass eine erfolgreiche Kinderchorarbeit unabhängig ...    mehr unter Konzerte/Termine: IV. Werkwoche für Kirchenmusik "Gruppen wirksam leiten können" in der LVHS Freckenhorst       

Neue Seiten im Schreibprozess:          

Erziehung beginnt mit dem Abendritual: Wiegenlieder-Projekt mit vielen kostenfreien Downloads (Text/Noten, Karaoke- und Vokal-MP3)  mehr 

Notiz zu slowenischen Orgelbaubetrieben: In summa mag es doch recht neu sein, dass ein Orgelbaubetrieb durch die virtuelle und weltweit spielbare Version einer seiner Orgeln in der Szene auf sich aufmerksam macht oder dieses zumindest billigend in Kauf nimmt. Die Anzeigenpreise bei Ars Organi (GdO) und anderen einschlägigen Zeitschriften sollen hier jedoch nicht thematisiert werden, denn Einträge ins WWW sind als nachhaltiger zu betrachten. So ist es nun geschehen mit dem zweimanualigen und üppig disponierten Instrument (im Zacharias-Hildebrandt-Stil) der jungen und zugleich bereits renommierten slowenischen Orgelbaufirma von Tomaž Močnik (Orglarstvo Močnik). Močnik war offensichtlich zuvor bei Orglarska delavnica Maribor (mit umfangreicher Picasa-Galerie) als Intonateur tätig und ist Mitglied im Aufsichtsrat der Slowenischen Orgelgesellschaft.

"Tomaž Močnik (actually "Orglarstvo Močnik") is one of the three "major" organ builders in Slovenia today. For a number of years he worked as a voicer for the Maribor Organ Workshop, but started his own business in the year 2000. He built some very interesting instruments and has recently been primarily focusing on the German Baroque as well as the French Romantic style. The organ in Velesovo is indeed a superb instrument, but there are also others that would deserve more attention. His current project is for a church in Höör, Sweden (click here for more info). Unfortunately, Mr. Močnik has no presentation of his company and his organs on the internet. ... Tomaž Močnik has a brother, Damijan Močnik, who is a renowned contemporary Slovenian composer." (Mander-Forum/SlovOrg 25.08.2010)  Fotogalerie einer Orgelweihe in Ljubljana  zur virtuellen Velesovo-Version  

Bischof segnet Rensch-Orgel der Sankt-Margaretha-Kirche zu Goßmannsdorf im Haßgau (Pressebericht mit zwei Fotoserien: Orgelweihe + Wie die neue Orgel entsteht)  mehr  

Ich will keine Staatskirche: Würzburger Generalvikar Karl Hillenbrand zur derzeitigen - auch finanziellen - Lage der katholischen Kirche in Deutschland - „Herr Generalvikar, auch Ihr Gehalt wird vom Freistaat Bayern bezahlt. Fühlen Sie sich als Beamter? - Überhaupt nicht. Ich kann mich an keine Situation erinnern, in der mir staatliche Stellen Vorschriften gemacht hätten ...“  mehr 

Karl-Heinz Göttert, Eckhard Isenberg - Orgeln im Ruhrgebiet: "Die Ernennung der Stadt Essen zur Kulturhauptstadt Europas 2010 - stellvertretend für die neue Metropole Ruhr - hat den Blick geschärft für das vielfältige Angebot dieser kulturell gern unterschätzten Region. So repräsentiert die Orgel im Essener Münster die unerwartete Vielfalt und Qualität von Orgeln aus verschiedenen Epochen, die das Ruhrgebiet zu einer außergewöhnlichen Orgellandschaft machen. Speziell aus der Romantik sind historische Instrumente erhalten, die der damaligen Konjunktur von Kohle und Stahl zu verdanken sind. Und in den letzten Jahrzehnten kamen neue Orgeln von beträchtlichem Format und Anspruch hinzu. Ein einführender Beitrag zur Orgellandschaft an der Ruhr eröffnet diesen reich bebilderten Orgelführer. Darauf folgen Präsentationen von rund 60 Orgeln in verschiedenen Städten. Beschrieben werden Instrumente in katholischen und evangelischen Kirchen sowie solche, die sich in weltlichen Räumen befinden, beispielsweise im Audimax der Bochumer Universität. Zudem enthält das Buch ein "Orgel-ABC" im Anhang sowie eine Übersichtskarte, auf der sämtliche beschriebenen Orgeln eingezeichnet sind. Für die anlässlich der RUHR.2010 geplante große Reihe von Orgelkonzerten bietet sich dieser besondere Kulturführer somit als perfekte Begleitlektüre an." (aus der Darstellung des Verlages; ISBN: 376162347X - Bachem J.P. Verlag - Juni 2010 - gebunden - 218 Seiten – 39,95 EUR)               

Pressestimme: „Kein Fachbuch, keine bloße Dokumentation, sondern ein "Reiseführer durch die Orgellandschaft" soll das Buch sein. Es ist auch für Laien gut verständlich. 60 Orgeln werden in Bildern, Texten, Register-Dispositionen, Klangeigenschaften und Konzert-Impressionen vorgestellt. Die Auswahl ist repräsentativ, berücksichtigt die wichtigsten Instrumente, trotzdem ließe sie sich ergänzen. Ein Orgel-ABC beschließt den Band.“ (aus: Halterner Zeitung, 27.07.2010)          

Kommentar zur einstweiligen Stilllegung von Orgelforum.de  mehr   

Quandtarde 32': Lautes Schweigen im Dom zu Speyer - Wer sind die wahren Sponsoren dieser deutschen Zwangsarbeiter-Orgel?   mit MP3   So könnte man es fürwahr mit einem Stilmittel formulieren. Gerne wird in der deutschen Kirchenmusikszene der Umstand tabuisiert, dass im Speyerer Dom ab Augustein weiteres Instrument (Seifert IV/87) entsteht, dessen Finanzierung mit - mittlerweile verzinsten - 1,8 Millionen Euro durch die deutsche Industriellenfamilie Quandt als ethisch höchst umstritten gelten kann ...  mehr  

Selbstreferenzialität pur: Nahezu 120 Seiten (Wer hätte das zu Beginn im Dez. 2007 gedacht?) wollen gepflegt sein, und da verhält es sich so wie mit der Gartenarbeit, die stets ruft, wenn man denn den Blick dafür hat. Vom grünen Daumen wollen wir jedoch nicht sprechen. Bei der Durchsicht der Seite Links fielen einige Verknüpfungen auf, die nicht mehr korrekt arbeiteten. Das habe ich zum Anlass genommen, sie einer gründlichen Überarbeitung zu unterziehen und - um im Bilde zu bleiben - den Blickwinkel über die Gartenzäune zu erweitern. Der neue Name der Linkseite "Spannungsfeld" erschien mir passend. Übrigens: Für die Mitteilung nicht mehr tüchtiger Links bin ich stets dankbar!  (mpk)  

Update der Seiten:   

Die Gemeinde erfuhr es kurz zuvor: Dr. Walter Mixa zelebriert wieder  mehr  

"The organ in Cameron Carpenter’s Lower Manhattan home was designed by Manfred Hoffrichter using Cameron’s specification, and built by Hoffrichter Orgel GmbH, in Salzwedel, Germany, in 2009. With an appearance evocative of mid–20th Century
modern furniture design, the console is highly engineered both for visual minimalism and transportability; it disassembles in minutes into five component parts. Other than its playing
controls, the organ has no moving parts." 

Neue MIDI-Klänge mit der Orgel in Liebfrauen zu Hildesheim: „Im Frühjahr 2008 wurde das Schwellwerkmanual der Orgel in der Liebfrauenkirche mit einem MIDI System ausgestattet (MIDI = Music Instrument Digital Interface). Dabei wurde das MIDI System im Orgelspieltisch "auf Maß" angefertigt. Ebenfalls "auf Maß" angefertigt wurde im Sommer 2010 die Midifizierung des Pedals. Mit Hilfe von MIDI können elektronische Klangerzeuger (Digital-Piano, Sound-Expander, Computer mit virtuellen Instrumenten) über das Schwellwerkmanual sowie das Pedal, parallel zur Orgel, angespielt werden. Somit ist die Technologie einer "Kombinierten Orgel“ (Pfeife plus elektronische Klangerzeugung) in der Liebfrauenkirche verfügbar! Diese Installation hat Werkstattcharakter, der Pfeifenorgelklang steht im Vordergrund ...“  mehr  

Papst auf Crashkurs? "Ich habe keine Angst um die Kirche. Aber unser derzeitiges System hält sich so nicht. Wer sind wir denn, mit einer völlig antiquierten Sexualmoral? Das gefährliche an der katholischen Kirche ist das geschlossene System, die Männerwirtschaft. Das Priesteramt ist häufig für junge Neoklerikale interessant, die schon im Studium gerne mit dem römischen Kragen rumrennen würden. Den müsste ich gerade im Staatstheater im Kostümfundus holen. Wenn es so weitergeht ..."  mehr  Folgen  zur Diskussion       

Probedemos zum Projekt Gotteslob - GL 639 Ein Haus voll Glorie schauet - Hauptwerk-Sampleset - Velesovo Sonusparadisi.com (only front or rear channel)  mehr   

Schorlemmer kritisiert Luther-Installation: Einen Tag vor der Einweihung der Installation "Martin Luther: Hier stehe ich" hat der evangelische Theologe und ehemalige Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer die Figuren des Künstlers Ottmar Hörl scharf kritisiert. Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Samstagausgabe) nannte Schorlemmer die 800 Luther-Miniaturen auf dem Wittenberger Marktplatz einen "theologischen und ästhetischen Schindluder". Der Kritik schloss sich die Vorsitzende der Cranach-Stiftung, Eva Löber, an. Hörls "kunterbunte Luther-Figuren-Armee" löse einen "Rummel wie zum Weihnachtsmarkt aus", sagte Löber der "Leipziger Volkszeitung". Wie Schorlemmer vermisst auch Löber eine inhaltliche Aussage. "Es kommen keine Inhalte rüber. Niemand wird hierdurch erfahren, worum es Luther mit seiner Botschaft ging." Dagegen lobte der Beauftragte des Rates der EKD für die Lutherdekade und Wittenberg, Stephan Dorgerloh, die Aktionskunst: "Mit der Installation bleibt Martin Luther auch ohne Denkmal präsent und Hörls moderne Kunst führt Luther zugleich in das 21. Jahrhundert", sagte Dorgerloh der Nachrichtenagentur ddp. (ddp)

Lutherischer Weltkongress entschuldigt sich bei den Linken der Reformation: „Als ein Höhepunkt der Vollversammlung soll eine Vergebungsbitte des Lutherischen Weltbundes gegenüber der Freikirche der Mennoniten verabschiedet werden. Die Mennoniten sind Nachfahren der christlichen Täuferbewegung, die als "linker Flügel" der Reformation gilt. Deren blutige Verfolgung im 16. Jahrhundert wurde auch mit lutherischer Theologie gerechtfertigt. Die Vergebungsbitte gilt bereits jetzt als kirchenhistorisch bedeutsames Ereignis.“  mehr       

Update der Seite: Musik/Audio-Links       

Besorgte Christen in Passau: "Der Inhalt des Briefes hat sich in der Region verbreitet wie ein Lauffeuer. Noch am Donnerstagabend, sagt Wolfram Hatz, habe das Telefon nicht mehr stillgestanden. »Die Resonanzen waren umwerfend bis erschreckend, weil sie so deutlich waren«, bilanziert Hatz, der sich als »relativ konservativer, praktizierender Katholik« beschreibt. Auch Priester hätten sich an ihn gewandt, die sich »aus Angst vor Druck« nicht an die Öffentlichkeit wagten, so Hatz: »Sie haben von Mobbing im Bistum gesprochen und davon, dass der Brief viel zu anständig gewesen sei.« Viel Unterstützung habe er in dieser Sache bereits erfahren: »Der Grundtenor lautete: Herr Hatz, halten Sie bitte den Finger in der Wunde«. Hatz hat nicht vor, etwas anderes zu tun, wie er gestern auch gegenüber der PNP betonte: »Es geht mir nicht um Krawall, ich bin in ehrlicher Sorge um unsere Pfarrei und unser Bistum.«  mehr    

Update der Seite: Konzerte                                                                                                                                     Jean Guillou ohne Ehre durch befremdende Legion: "Der französische Organist und Komponist Jean Guillou hat die Aufnahme in die Légion d'Honneur, die Ehrenlegion, abgelehnt. Als Begründung führte der 80-jährige den Umstand an, dass klassische Musik in Frankreich ..."  mehr    

"The Joy of Music" in http://www.youtube.com/watch?v=2IN-4zNQfwU wird deutlich, auch wenn man nur ansatzweise in die Gesichter blicken kann. Der Wettbewerb erinnert von Ferne an historische Vorbilder barocker Art und stellt vor allem eines dar: eine auffällige Orgel!  zur Orgelseite des Musik-Konservatoriums Perugia/Italien        

Rühlmann, Orgelbauhistorie und Liebhaber: „Nach bestem Wissen wurde das Werkverzeichnis der Orgelbauanstalt RÜHLMANN auf den heutigen Stand gebracht und wird ggf. aktualisiert. Daneben sind die Orte der damaligen Zeit beibehalten, Eingemeindungen außer Acht gelassen. Wir haben etliche Orgeln besucht und konnten uns vor Ort über den Zustand informieren. ... Einige Kirchenorgeln haben wir im Detail (Bild, Disposition) dargestellt.“  mehr    

Virtuelle Dilemmata - Ein paar subjektive Anmerkungen zu einer verschwundenen CD und dem janusköpfigen Terminus "Live-Demo-Concert": Warum wurde die zweite Virtuelle-Pfeifenorgel-CD - im Gegensatz zur ersten OrganART Media-CD mit Fabio Mancini - durch den Organisten selbst vom Markt genommen? Die Bemerkung, dass man  "handelseinig" wurde (offensichtlich mit dem Hersteller der virtuellen Orgel, nämlich OrganART Media), stimmt nachdenklich. Abgesehen von einer öffentlich auffindbaren Downloadseite mit den MP3 der CD bei Box.net (Stand 26.07.2010) finden sich weitere klägliche Reste ihrer einstigen regulären Existenz bei facebook und im Google-Cache: "Walter Zielke - Meisterwerke deutscher Romantik Orgelmusik CD Preis bei jpc*: EUR 9,99 Preis inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versandkosten  Brahms/Zielke: Ungarischer Tanz Nr. 5 +Mendelssohn: Allegro B-Dur +Schumann: Studie op. 56 Nr. 5 +Armbrust: Orgelsonate "Nun danket alle Gott" +Fährmann: Scherzo über B-A-C-H aus Orgelsonate Nr. 3 op. 17 +Liszt: Präludium & Fuge über B-A-C-H +Gernsheim: Fantasie & Fuge g-moll op. 76 +Thieriot: Passacaglia op. 85 Nr. 1 +Wagner/Karg-Elert: Festmusik aus "Die Meistersinger" Walter Zielke/OAM-Hauptwerk(TM)-Orgelsamples der Sauer-Orgel Dortmund-Dorstfeld" (Quelle: Google Cache - 02.07.2010). Eine vorangegangene Darstellung des Disputs um die formalrechtlich strittigen OAM-Lizenzbestimmungen zu virtuellen Pfeifenorgel-Aufnahmen ist hier nachzulesen. 

Vier der - unlängst auf der illustren kanadischen HW-Kommerzseite Contrebombarde hochgeladenen - MP3-Titel der CD (user/39) lassen die Frage aufkommen, ob das Possenspiel um "lizenzrechtlich koschere Aufnahmen" jetzt nicht völlig ad absurdum geführt wurde, da die Aufnahmen doch noch öffentlicher, da nunmehr kostenfrei an jedem Ort der Welt ohne weitere Kenntlichmachung verfügbar sind. Insofern gestaltet sich die Diskussion anachronistisch. Sie nimmt nicht zur Kenntnis, dass die Tage der CD bereits gezählt sind und der MP3-Download die eigentliche Musikwährung darstellt. Die Pointe der Posse dürfte darin liegen, dass meandernde MP3-Aufnahmen mit OAM-Samples noch mehr dem vermeintlich drohenden Missbrauch Tor und Tür öffnen: Ein wahrer Bärendienst für die vorgeblich zu schützenden Gemeinden, die jetzt doppelt irritiert dreinschauen und bemerken könnten, wie deren Orgelklänge sich ohne große kritische Aufmerksamkeit bereits seit Jahren mittels kostenlos zu nutzender MP3 der OrganART Media-Demoseiten und andernorts unkontrolliert à la Hydra verteilen (http://www.contrebombarde.com/concerthall/user/52)!  

                                                                                                                              Ein weiteres Beispiel im anglo-amerikanischen Hauptwerkforum verdeutlicht angesichts des "Live demo concert for the Hus-Schnitger organ Stade" das Paradoxon: "Perhaps I didn't point it out correctly: All recordings are done with the virtual Hus-Schnitger organ! Somebody asked me for that. Was it perhaps to misunderstand? If so, thanks for the compliment (icon smile)" (20.07.10). Übrigens finden sich in den MP3 keinerlei Kennzeichnungen, die den virtuellen Ursprung vermuten ließen. Hier kann sich jeder seine eigene kostenfreie CD mit hervorragenden Musikinterpretationen an der wohlklingenden virtuellen Arp-Schnitger-Orgel zu Stade in Eigenregie brennen. Mit anderen Worten: Konstruktion und konkrete Handhabung dieser Lizenzbestimmungen wirken gedanklich höchst widersprüchlich, da sie fortwährend auf den Altären der kommerziellen Eigenwerbung geopfert zu werden scheinen. Sie wirken wie eine Farce und dienen offensichtlich der Marktprofilierung. Zwei Lichtblicke bleiben: 1. Der geübte Hörer hört an manchen Stellen immer noch die feinen Unterschiede zwischen Virtuellem und dem einzigartig Authentischen. 2. HW-Kollegen dürfen zum Sampling ebenfalls an äußerst bedeutende Instrumente heran. Was würde Mr. Spock hier wohl sagen? Vermutlich: "Diese Lizenzbestimmungen sind für mich unlogisch." Wir meinen: Virtuelle Orgelaufnahmen via Hauptwerk sind ebenso Teufelszeug wie es für manche Menschen des 19. Jahrhunderts die Eisenbahn war. Ein etwas unverkrampfterer Sample-Umgang wäre zukünftig dringendst anzuraten. Zudem sollte die Szene einmal die Begrifflichkeiten um Tonkonserven via Hauptwerk nachvollziehbar definieren. Zurück zum Ausgangspunkt: Schade um die gute Zielke-CD, die es etwas leichter gehabt hätte, wenn der virtuelle Ursprung ein klein wenig deutlicher gekennzeichnet worden wäre! Übrigens hat OrganART Media nunmehr eine Kleinigkeit im Webauftritt verändert. Unter Order heißt es jetzt signifikanterweise: “IMPORTANT: The customer accepts the licence agreement when ordering a set, please check carefully before!”  (mpk)  

12 Register und "Personen von Distinction" im Namslauer Stadtblatt von 1899:  „Der Bau der neuen katholischen Kirche in Grambschütz, den Herr Graf Henckel von Donnersmarck auf eigene Kosten im englisch-gothischen Style ausführen läßt, ist bereits soweit gefördert, daß die Consekration des Gotteshauses voraussichtlich in der ersten Hälfte des September d. J. durch Se. Eminenz den Herrn Cardinal-Fürstbischof Dr. Kopp erfolgen wird. Vor kurzem wurde die von der Firma Schlag und Söhne in Schweidnitz erbaute Orgel durch den Orgelbau-Revisor Herr Ober-Domorganist Adler aus Breslau revidiert und abgenommen. Das Werk enthält auf zwei Klavieren und Pedal 12 klingende Stimmen und soll eine nach jeder Hinsicht gelungene Arbeit sein. ... Die Consecration der vom Grafen Henckel v. Donnersmarck zu Grambschütz neuerbauten Kirche wurde am gestrigen Sonntage durch Se. Eminenz den Hochwürdigsten Cardinal-Fürstbischof Herrn Dr. Kopp in hochfeierlicher Weise vollzogen. Der seltenen erhebenden Feier, welche vom prächtigen Herbstwetter begünstigt war, wohnten mit dem Bauherrn und seinen Verwandten einige Mitglieder der Aristokratie des Kreises und von auswärts, sowie eine nach mehreren Tausenden zählende Menge von Andächtigen aus nah und fern bei. Bis zum Beginn des Pontificalamtes befanden sich im Gotteshaus nur etwa 100 Personen ..."  mehr (Tipp: In die Suchfunktion der PDF-Datei "Orgel" eingeben! Namslauer Stadtblatt 1899/Nr. 47 u. 75) 

Organistentag: "Im Mittelpunkt stehen am Samstag, 27. November 2010 in Recklinghausen die Organistinnen und Organisten der Kirchengemeinden. Dazu sollen vielfältige Anregungen, Tipps und Hilfen vor allem für das gottesdienstliche Orgelspiel gegeben werden. Der Organistentag fokussiert verschiedene Themen, die für haupt- und nebenamtliche Musiker gleichermaßen gedacht sind. Die Referenten werden in den Workshops auf die unterschiedlichen spieltechnischen Fähigkeiten der Teilnehmer eingehen, so dass jeder Workshop sowohl für "Hobbyorganisten" als auch für "Profis" geeignet ist. Die Orgelstadt Recklinghausen bietet ideale Voraussetzungen: Zahlreiche Instrumente mit unterschiedlichen musikalischen Schwerpunkten stehen zur Verfügung und laden zu einem abwechslungsreichen Tag der Orgelmusik ein. Der Tag beginnt um 9 Uhr mit einer Vorstellung der Klais-Orgel in Recklinghausen St. Peter. Thorsten Maus wird das Instrument mit seinen zahlreichen Facetten präsentieren und die Gäste auf den Tag einstimmen. Im Anschluss werden vier Workshops angeboten ..."  mehr    

Update der Hausorgel-Seiten (Samplesets + Hauptwerk 2010/11)     

Update der Seite: Musik/O-Ton                                                          

Update der Seite Gotteslob: Weitgehend unbemerktes Neues Kinder-Gotteslob       

Willkommene Wessi-Orgel verbindet: "Wenn der Sockel der größten Kirche der Stadt spätestens zum Ende des Monats neu verputzt ist, wird die umfangreiche Sanierung der Nikolaikirche abgeschlossen sein. Nach einigen Monaten der Ruhe will sich die Gemeinde dann um eine neue Emporenorgel bemühen – das alte Instrument war in den letzten Tagen des Zweitens Weltkriegs verbrannt. „Zuerst müssen wir die Statik prüfen lassen“, sagte der Geschäftsführer der Gemeinde, Joachim Uhlig. Eine neue Orgel käme wegen der hohen Kosten kaum in Frage."  mehr  und noch mehr                    

Update der Seite: Links     

Bauernregel für den Juli: "Baut im Juli die Ameis' groß den Hauf', folgt ein strenger Winter drauf."       

Neue Klartext-Seite: Eucharistie? (ehem. Oster-Editorial)                                      

Auftreten statt Austreten? „Auch im Zentralkomitee sehen viele Gesprächs- und Klärungsbedarf mit den Bischöfen. ZdK-Sprecher Theodor Bolzenius nennt einige strittige Themen: die Frage nach den tieferen Ursachen der sexuellen Übergriffe durch Priester, was einen kritischen Blick auf die kirchlichen Strukturen einschließe; das schwierige Miteinander von Laien und Klerus; die Frage nach einem pastoralen Gesamtplan für Deutschland über die Bemühungen der einzelnen Bistümer hinaus. ... Inwieweit es zwischen den Reformgruppen und dem ZdK samt BDKJ (und anderen Verbänden) zu einer konzertierten Aktion kommt, ist offen. Alle Seiten beteuern, dass sie sich das vorstellen können. Die Umsetzung dürfte nach den Erfahrungen der Vergangenheit aber eher schwierig werden. Verbände wie der BDKJ sind finanziell von den Bischöfen abhängig, das grenzt ihren Spielraum ein.“ Hartmut Meesmann, in: Publik-Forum/Nr.12/25.06.2010    

Update der Seite: Best of Orgelforum       

"Hauptwerk"-Eindrücke von der AGO Convention 2010 (Washington) können in folgendem bebilderten Firmen-Posting betrachtet werden: "The 2010 AGO convention opened this past Sunday drew to a close on Thursday. And what a week it has been! Hauptwerk was received very well by all who visited the booth, and even more so by the many organists who sat at the bench and had a play. We were informed by several different people that Hauptwerk was the "buzz" of the convention. It will soon be a household name among organists. Eventually I even became pegged as the Hauptwerk guy while roaming the hotel after exhibit times (probably due to my shirt with the logo on it!) Even in the elevator I was being questioned."  mehr  Ein kleiner Kommentar am Rande: Man stelle sich das vor: Auf einer Tagung der betagten Gesellschaft der Orgelfreunde (GdO) wäre ein Hauptwerkstand platziert! Welch ein Aufschrei wäre zu vernehmen! In der Tat wäre eine Möglichkeit vorhanden, jüngere Menschen für das Phänomen Orgel häuslich nachhaltig zu faszinieren und ihnen eine verlässliche Übemöglichkeit anzubieten. Amerikanisches Marketing ist jedoch wohl förderlich, einen Teil der hiesigen Orgelpuristen zur Hochform auflaufen zu lassen. Im Vergleich erschienen die Piusbrüder vermutlich wie Alt-68-er. Und so ist es gut, dass HW-Handelsalternativen im Alten Europa die Faszination an dieser Orgel-Software verlässlich aufzuzeigen vermögen. Zuletzt ein Tipp bürgerlicher Art: Für Pressefotos nehmen wir dann doch für einen kleinen Moment die Hände aus den Taschen!  (mpk)

Der 17. Bach-Wettbewerb in Leipzig geht am Montag für 37 Teilnehmer aus 16 Ländern in die zweite Runde. Sie sind die Besten aus insgesamt 125 angereisten Teilnehmern aus aller Welt, wie der Präsident des Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs Leipzig, Robert Levin, am Sonntag sagte. "Das Niveau war sehr hoch", sagte er.
Während zur zweiten Runde in den Fächern Klavier und Cembalo mit jeweils vier Teilnehmern ein Drittel der Bachpreisträger-Anwärter aus Russland kommt, liegen im Fach Violine/Barockvioline die Deutschen mit fünf Kandidaten vorn, gefolgt von Russland mit drei Kandidaten. Insgesamt sind 16 Länder in der zweiten Runde vertreten.
Seit Mittwoch stehen junge Spitzenmusiker in den Fächern Klavier, Cembalo und Violine/Barockvioline vor einer Jury aus führenden Bach-Interpreten der Gegenwart im Wettbewerb um den Titel "Bachpreisträger". Die zweite Runde dauert bis Dienstagabend. Erstmals wird es in diesem Jahr ein Semi-Finale geben, in dem die verbleibenden sechs Kandidaten jedes Faches ein anspruchsvolles Solostück von Bach meistern müssen. Johann Sebastian Bach (1685-1750) war von 1723 bis zu seinem Tode Thomaskantor in Leipzig.
Der Bach-Wettbewerb endet am 17. Juli mit der feierlichen Preisverleihung und dem Abschlusskonzert, bei dem die drei Preisträger jedes Faches zu hören sind.  (ddp)

80 Jahre Konzertsaalorgel-Mauerblümchen im großen Schatten? "Der Große Saal hat 1561 Sitzplätze, der Kleine Saal etwa 300 Plätze. Im großen Saal steht (nach dem Ausbau der großen Walcker-Orgel im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen) die letzte große „unsichtbare“ Konzertsaalorgel in NRW (Wilhelm Sauer, Frankfurt/O., III/53, umgebaut durch Willi Peter, Köln) in einer Orgelkammer hinter dem Orchesterpodium. Disposition ..."  Link 1  Link 2  Link 3  

Nachhaltige Veränderung der Frauenkirchenakustik durch neue Sitzauflagen? „Die 1728 Plätze der Dresdner Frauenkirche werden mit Sitzauflagen ausgestattet. Ab Mittwoch will Pfarrer Sebastian Feydt die ersten Besucher zur offenen Kirche begrüßen, die dann bereits bequemer auf den Bänken sitzen werden, wie eine Sprecherin der Stiftung Frauenkirche Dresden am Montag mitteilte. Die Kosten für die Kirchenbankpolster betragen 55 000 Euro. Mit der Anschaffung der Sitzauflagen reagiert die Stiftung auch auf Kritik über unbequemes Sitzen, gerade bei längeren Konzerten.“  (ddp)

Orgelpurismus vs. "Cameron Live": "Bereits seit seinen frühen Jahren rebelliert der 1981 geborene Cameron Carpenter gegen den allmächtigen Orgelpurismus. Mit seinem prompt für den Grammy nominiertem Debütalbum Revolutionary auf dem renommierten Label Telarc gelang ihm auch dank beigefügter DVD und den neuen Medien ein internationaler Erfolg. Cameron Carpenter verfügt nach einhelliger Meinung über die derzeit schnellste Fußtechnik überhaupt – zu bewundern beispielsweise bei Chopins Revolutionsetüde. Seine Orgelfassungen stellen die Grenzen der traditionellen Spielweise in Frage und hebeln all das aus, was man landläufig mit Orgelspiel und Organisten verbindet."  mehr     

"Organman & Cecilie": wieder als Download verfügbar (mit freundlicher Unterstützung von Dorit Stratemann)  www.box.net/Orgeljournal  (s. Nr. 7)                                                                                                                              Weitere Konkretionen des Gotteslob-Projektes: Planung von zwei Staffeln  mehr 

Kirche nach Mixa: Die folgenden zwei kleinen Zitate aus einem bemerkenswerten  Hörfunkbeitrag von Hajo Goertz, der in vielfacher Hinsicht das Spannungsfeld der derzeitigen Krisen-Kirche fair und umfassend auszuleuchten versucht, seien hier vorangestellt. Der 18-minütige Beitrag steht als Podcast zur Verfügung.

„Die Pfingsterklärung fordert noch mehr: Sie will wissen, warum Walter Mixa 2006 aus Eichstätt abgezogen und nach Augsburg versetzt wurde. Waren damals schon gravierende Probleme bekannt, die nur nach Augsburg exportiert wurden? Eine unabhängige Untersuchungskommission soll das klären. Rom dürfte das als Affront empfinden. Schließlich war Mixas Versetzung die erste Amtshandlung des neuen Papstes.“

"Ich denke, es gibt schon viele Katholiken, die von ihrer Kirche noch einiges erwarten: Lebensbegleitung, sakramentale Begleitung, Seelsorge, auch sehr viel soziales Engagement und Engagement für Gerechtigkeit und Frieden, und die sich zunehmend fragen, ob die konkret vorfindliche Kirche das leistet. Es ist eine Situation zwischen Hoffen und Bangen." 

 
    

                        

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