Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche

                                               

 

Orgeljournal-Initiative zur   

Bewahrung der Dortmunder Bunk-Orgel in St. Reinoldi (Walcker 1957/58)                                                                                                                              Die Die Initiative wurde am 26.07.2008 durch den Herausgeber dieses Online-Journals angesichts des geplanten Abrisses der Orgel ins Leben gerufen.  

     www.Reinoldiorgel.de - www.Reinoldi-Orgel.de   

                                                                                                                          Diese Journal-Subpages sollen denjenigen, die an der Thematik im dialektischen Sinne interessiert sind, als profunde Informationsmöglichkeit dienen. Kritiker und Befürworter sind herzlich eingeladen, sich mit Hilfe der Seiten eine reflektierte Meinung zu bilden.

Wie man sie auch immer nennen mag - Bunk-Orgel, Reinoldi-Orgel oder Walcker-Orgel -, es ist lohnend, sich mit dem zeitgeschichtlichen und kulturellen Wert dieses Instrumentes auseinanderzusetzen.                                                                                                                                                                                                  Prof. Prof. Dr. Wolfgang Stockmeier (Vorsitzender der Gerard-Bunk-Gesellschaft)     am 21.08.2008:

"... Ich kenne das Instrument seit vielen Jahren und habe oft daran konzertiert. Die Orgel ist ein prominentes und auf jeden Fall erhaltenswertes Instrument. In klanglicher Hinsicht gibt es nicht sehr viele Orgeln, die mit ihr vergeichbar wären. Natürlich hat sie nach 50 Jahren eine gründliche Überholung verdient. Es ist ja auch klar, dass man eine Orgel irgendwelchen Laien so vorführen kann, als ob sie funktionsuntüchtig wäre. Man kennt leider solche Strategien. Ich setze mich nachdrücklich für den Erhalt dieser Orgel ein! ..."                                (Quelle: www.orgelforum.de/22.08.2008   

"Bunks Tochter, Gisela Boecker, täte es leid,        wenn die Orgel abgerissen würde."

                                 (Ruhr-Nachrichten vom 23.08.2008)

                                     

 

"Orgelbewegung und Neobarock im Ruhrgebiet zwischen 1948 und 1965" - Bunk unter musikwissenschaftlichen Aspekten

"Im Jahre 1956 erschien eine von Gerard Bunk verfaßte Bearbeitung des „Musikalischen Opfers“ von Johann Sebastian. Die detaillierten Interpretationsangaben beziehen sich auf eine Orgel neobarocken Typs. Die Bearbeitung gibt dadurch Aufschluss über die neobarocke Spielpraxis, deren Kennzeichen eine farbige, abwechslungsreiche Registrierung mit Manualwechseln und das Pedalspiel mit hochliegenden Solostimmen sind ..."  mehr 

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Neobarocke Orgel von 1967 unter Denkmalschutz  mehr  

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Andreas Nohr: Vom Umgang mit Orgeln. Eine inszenierte Studie zur Lage der Orgelkunst

Nohrs Analyse der derzeitigen Orgelszene trifft den Nagel der Dortmunder Bunkorgel-Abrisswünsche auf den Kopf: „Darum gibt es auch kaum einen halbwegs passablen Organisten, der nicht irgendwann die ihm angediente Orgel seinem Geschmack angepasst hätte. Das heißt – natürlich nicht dem seinen, sondern nur und ausschließlich den historisch notwendigen Erfordernissen, oder was er sonst an ideologischen Argumenten aus der Tasche kramt. Aber heraus kommt zufällig immer, was er eben gerade wollte. Und das ist – wie unerwartet! – meist das, was eben gerade jetzt Tendenz ist.“  mehr     

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  "Es wäre sehr zu wünschen, dass diese bedeutende Orgel als herausragendes orgelmusikalisches Denkmal erhalten bliebe und sie nicht den Wünschen eines Organisten ..."  mehr unter YouTube                         

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„Und was die "Orgelsünden der 50er und 60er-Jahre" betrifft: Soll das heißen, daß alle in dieser Zeit gebauten Instrumente Orgelsünden sind? Dem würde ich heftig widersprechen."  mehr unter Feedback           

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Orgelbewegung: Leitmotiv vs. Stilmode  mehr 

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Der frischgebackene Naumburger Wenzelsorganist David Franke in Reinoldi    

Mit einem durchgestylten Konzert brachte David Franke die Dortmunder Reinoldi-Orgel beeindruckend zu Gehör. Das Programmblatt suggerierte einen reinen Improvisationsabend. Bereits vor dem ersten Ton wusste man mit dem Blick auf den Spieltisch der angenehm beleuchteten Orgel jedoch, dass es etwas alternativ zugehen sollte. Franke improvisierte - bis auf die Abschluss-Impro nach Zuhörerwunsch - mittels mitgebrachter Skizzen. Die barocken Stiladaptionen frei nach Bach und Krebs wirkten in einem hohen Maße reflektiert und durchdekliniert. Stilistisch war über Form und Harmonie hinaus der Impetus des Lehrers Wolfgang Seifen recht durchhörbar, jedoch wirkte Franke aufgeräumter und hatte ein erstaunlich reifes Gefühl für den rechten Zeitpunkt architektonischer Zäsuren.

So richtig in Fahrt geriet der Wenzelsorganist mit der August-Gottfried-Ritter- und Louis-Vierne-Imitation großen Stils. Hier präsentierte er die Orgel vom romantisch-zarten Adagio über das filigran-kecke Scherzo bis zum majestätisch-virtuosen und den Raum satt füllenden Finale. Das war Musik und Spieltechnik vom Feinsten - mit zahlreichen und penibel gespeicherten Setzern, auf die die Bunk-Orgel zuverlässig reagierte. Die nach landläufigem Verständnis eigentliche Improvisation zu Publikumswünschen geriet etwas kurz und blass. Insgesamt war es ein beispielhafter Abend, der die erprobte Vielseitigkeit dieses von Gerard Bunk geplanten Instrumentes erneut unter Beweis stellte.  (mpk)

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Ein Eingeständnis?

Angesichts der erdrückenden Frage, warum die sanierungsfähige Orgel abgerissen werden soll, wenn sie doch auf der unlängst erschienenen CD eine höchst beachtliche klangliche Performance zeitigt, stellt Kantor Klaus Müller - erkennbar in Erklärungsnot geraten - in den RuhrNachrichten vom 23.08.2008 Folgendes fest:

"Bei der Aufnahme war immer ein Orgelbauer dabei. So wie auf der CD habe ich die Orgel lange nicht gehört."         

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2009: Wieder reguläre Orgelkonzerte in Reinoldi     

Historiker wissen gerne zu berichten, dass häufig Geldmangel Instrumente rettete. Manche Anzeichen sprechen dafür, dass man diesem Umstand in Reinoldi bereits Rechnung trägt: Es finden wieder reguläre Orgelkonzerte statt, nachdem man verbreitet hatte, dass in 2009 wegen des vermeintlich abgängigen Instrumentenzustandes reguläre Literatur-Konzerte nicht mehr möglich wären und dafür nur noch die Veranstaltungsreihe "Improvisation - Inspiration"  einen Ersatz darstellen müsse (RN vom 13.09.2009). Zudem sind offensichtlich auch die demonstrativen Klebezettel an den Registerwippen verschwunden. Diese Strategie ging nicht auf, ganz im Gegenteil, sie berührte eher peinlich. 

"Bei den Orgelfeierstunden 2009 greift der Reinoldikantor das Schaffen beider Komponisten im Bach-Mendelssohn-Zyklus auf. Es erklingen dabei u.a. Mendelssohns sechs Orgelsonaten op. 65 und Bachs sechs Triosonaten BWV 525–530. Junge Organisten kommen hingegen beim zweiten Zyklus der Orgelfeierstunden »Junge Künstler « zum Zuge. Auch das Orgelfestival.Ruhr2009 ist im Sommer wieder zu Gast."  (lt. Reinoldi-Webauftritt vom 14.04.2009) 

Auffällig bleibt nach wie vor, dass die Öffentlichkeit immer noch keinerlei belastbare Informationen erhalten konnte, die den behaupteten nicht reparierbaren Zustand der Orgel untermauern könnten. 

"Im laufenden Jahr rechne die evangelische Kirche mit Einbußen von 300 Millionen Euro, im kommenden mit einem Rückgang von 500 Millionen Euro als Folge finanzpolitischer Beschlüsse ... Dramatisch sei der voraussehbare Rückgang um 41 Prozent in der Altersgruppe zwischen 20 und 60 Jahren. ... Der Rückgang an Mitgliedern werde faktisch zu einer Halbierung der Finanzkraft der evangelischen Kirche führen." 

http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2009_03_19_1_kirchensteuer.html   

Hat man erkannt, dass das Orgelneubau-Ansinnen einhelliges Kopfschütteln evozieren muss - auch angesichts der Tatsache, dass sich die Kirchensteuereinnahmen drastisch verringern werden und mancher kirchliche Arbeitsplatz gefährdet zu sein scheint?  (mpk)         

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Update Fußnoten  

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Orgelfeierstunde vom 19. Februar 2009

"Mit großer Lautstärke tat er das erst am Schluss, als er die Orgel in Regers Fantasie und Fuge über B-A-C-H in sinfonischen Klängen ausspielte."  mehr

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Terminus "Bunk-Orgel"                               aus CD-Katalog gestrichen  

Der Umstand, dass das Label Motette den Terminus "Bunk-Orgel" aus dem Online-Katalog gestrichen hat, spricht für sich. Der Satz "Das erste und letzte Tondokument dieses großen Instrumentes, das mit dem Namen von Bunk eng verbunden ist" blieb jedoch bestehen.  

Entgegen dem ursprünglichen Vorhaben, ab 2009 nur noch Impro-Konzerte mit dem Namen "Improvisation - Inspiration" an der Bunk-Orgel zu veranstalten, scheint es mit einem gut sortierten Konzertprogramm in St. Reinoldi weiterzugehen. Die offensichtlich sich in einem Wartungsstau befindliche Orgel von 1958 wird weiterhin Zeugnis davon geben, dass sie klanglich ein herausragendes Zeugnis des Orgelbaus zur Zeit des Wirtschaftswunders ist.  

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Rezension der 11. Orgelfeierstunde:                             Hans Uwe Hielscher in Dortmund St. Reinoldi   mehr

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Aus einer Rezension der 10. Orgelfeierstunde

"... Das Konzert mit Thorsten Maus war vieles, es war aber auch auf jeden Fall eine musikalische Demonstration gegen den Abriss dieses unersetzlichen Klangdenkmals!

Wer diese Orgel abreißen will, versündigt sich aufs Schlimmste ..."  mehr

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Bislang kein Argument                                  für den Abriss vorgetragen

"... Nochmal: entscheidend ist, daß aus Dortmund kein einziges plausibles und *substantiiertes* Argument für den Abriß kommt, das ernsthaft inhaltlich überprüfbar wäre. Stattdessen gibt es nur pauschal-vage Behauptungen. ...  mehr 

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Orgel-Aufnahmen                                aus der Reinoldi-Kirche sind keineswegs so singulär wie oft - aus welchen Beweggründen auch immer - verbreitet wird. Der Redaktion liegen mehrere Konzertmitschnitte mit den Interpreten Staschik, Buttmann und Stockmeier vor. Empfehlung: Ein Erwerb lohnt sich auf jeden Fall. Insbesondere die Konzert-CD mit Prof. Wolfgang Stockmeier dürfte Liebhaber der Bunkschen Werke auf ihre Kosten kommen lassen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme im August 2001 befand sich die Bunk-Orgel der Fa. Walcker noch nicht in dem beklagten Wartungsstau. 

Hier die Titel der CD mit Werken Gerard Bunks:

  • Einleitung, Var. und Fuge über ein altniederländisches Volkslied in d-Moll op. 31
  • Passacaglia a-Moll op. 40
  • Befiehl du deine Wege (aus den Choralimprovisationen)
  • Wunderbarer König (dto.)
  • Wer nur den lieben Gott lässt walten (dto.)
  • Fantasie c-Moll op. 57

Die CDs sind bei Dr. Michael Lütge zu bestellen. 

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Warum soll nur der Turm saniert werden?  

Angesichts der Orgelabriss-Wünsche mutet die folgende Meldung aus Reinoldi zynisch an, wurde doch die Bunk-Orgel 1958 mit dem Kapital einer sparenden Bürgerschaft finanziert. Was für den Turm gilt, dürfte auch für die Orgel von Belang sein. 
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Weitere Online-Demos der Bunk-Orgel:

Jegliche Kritik am Klang dieser neobarocken Orgel verbietet sich spätestens hier und führt die Neubauwünsche ad absurdum. Wer möchte eine solche Orgel abreißen? Ist es menschlich, musikalisch und arbeitsrechtlich zulässig,   ein derartiges Instrument einem Wartungsstau zuzuführen?   mehr

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Bereits jetzt: Umstrittenes Neubauprojekt

Aus aktuellem Anlass sei hier die Lektüre folgender Textdatei empfohlen, die den derzeitigen Sachstand sehr informativ und kenntnisreich auf den Punkt bringt. Besser kann es nicht subsumiert werden. Das Schreiben stellt den vermutlich instrumentalisierten Wartungsstau, die "Beweis-CD" und die in der Lokalpresse transportierten haltlosen Schutzbehauptungen hinsichtlich der Bunk-Orgel analytisch dar.

http://www.bunkorgel-reinoldi.walcker.com/downloads/antragdenkmal.pdf

Zwei beruhigende Aspekte seien allen mitgeteilt, denen die Bewahrung dieses wertvollen Instrumentes am Herzen liegt:

Erstens: Für ein millionenschweres Orgelneubauprojekt ist definitiv kein Geld vorhanden.

Zweitens: Welcher Großsponsor - und ein solcher wäre unabdingbar  - ließe sich auf die Finanzierung eines in der öffentlichen Wahrnehmung (sowohl in Dortmund als auch in der europäischen Orgelszene) umstrittenen Objektes ein?

Wahrlich, das Ansinnen in St. Reinoldi, eine wertvolle sanierungsfähige Orgel nicht zu retten und stattdessen eine kostspielige neue Orgel aus geschmacklichen Gründen bauen zu wollen, ist nicht zu kommunizieren. Und schon gar nicht bezüglich einer privaten Spendentüte. Insofern war die tendenziös wirkende Berichterstattung in den lokalen Printmedien ein erneutes Eigentor.

Zitat aus dem Webauftritt der St. Reinoldi-Gemeinde: "Das Orgelprojekt an St. Reinoldi wird erhebliche finanzielle Mittel erfordern, die nicht aus Kirchensteuermitteln aufgebracht werden können." Stimmt!  (mpk)

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13.09.2008 - 50. Todestag

MP3: Gerard Bunk spielt  

(Aufnahmejahr: 1929 - Propsteikirche Dortmund -              Orgel: A. Feith IV/70 - aus: www.gerardbunk.de)

                                                                                  

                                                                                                                                                                                                                                                              

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