Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche

                   ISSN 2509-7601



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# Gremienkatholizismus mit Selbstzufriedenheit auf dem Synodalen Weg? Die Initiative Wir sind Kirche betrachtete die Situation vor der zweiten Vollversammlung folgendermaßen: "Schwierige Ausgangsbedingungen: Doch das ausscherende Verhalten einzelner Bischöfe, das drohende Grußwort des Nuntius zu Beginn der diesjährigen Herbstvollversammlung der Bischofs-konferenz in Fulda sowie die irritierenden jüngsten Personalentscheidungen des Vatikans zu Hamburg und Köln zeigen, wie groß in der kirchlichen Hierarchie die Angst vor Machtverlust ist. Dies alles blockiert die dringend notwendige Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre und die von der großen Mehrheit der Synodalen und auch der Mehrheit der Bischöfe angestrebten grundlegenden Reformen." Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Dass die Versammlung wegen der vorgezogenen Abreise vieler Teilnehmer mit dem Nachrichtenwert "Eklat" endete, mag sich herumgesprochen haben. Dass man das Spannungsfeld eines unversöhnlichen innerkirchlichen Kulturkampfes auch durchaus differenziert betrachten sollte, scheint sich noch nicht als Grundkonsens etabliert zu haben. Wer bereits Grabenkämpfe kirchlicher Verbände miterlebt hat, weiß durchaus, was damit gemeint ist. Brückenbauer im polarisierten Gefüge der deutschen Abiturkirche werden gebraucht.  (mpk)

Kontrapunkte zur üblichen Berichterstattung in der Tagespost (Die Tagespost - Katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur) ...

Eine durchaus kritische Sicht in der FAZ ("Selbstzufriedenheit des Gremienkatholizismus und der Zufriedenheit mit allen Beschlüssen, die im Kern auf die Verbesserung der Stellung von einzelnen Berufs- oder Statusgruppen") ...  


# Viele Vulnerable, aber Martha beschwert sich nicht - Eine biblisch-politische Sozialstudie zu Mt 11,19.28 und Lk 10,38-42: Heute sitze ich wieder dort. Wie vor fast genau zwei Jahren. Nur diesmal draußen. Mein Fahrrad stelle ich nahe an den Tisch. Ich schließe es nicht ab. Zur Bestellung gehe ich hinein. Pommes mit Krautsalat und ein Glas Retsina sollen es sein. Auch dieses Mal wäre es wieder vegan, wenn nicht nun ein ganzer Klecks Zaziki dazu käme. Die Portion Pommes frites ist jetzt eine Nummer größer. Martha - so nenne ich sie - klärt mich unaufgefordert über den Preisunterschied auf. Statt 1,70 € koste die große Pommes 2,30 €. Da fällt mir meine hungrige Entscheidung leicht. Hinter der Theke blenden mich penibel blankpolierte Edelstahlflächen. Gegenüber sitzt eine Frau. Ich kenne sie vom letzten Mal, aber da häkelte sie kein helles Deckchen. Meine ich jedenfalls. Alles ist korrekt. Aufgeräumt. Mir gefällt das. Martha ist gute 60 und hat nun ...  mehr  






# Eine Buchempfehlung zum Phänomen André Fleury - dem letzten Symphoniker der französischen Orgelmusik des 20. Jahrhunderts:  Wilhelm Hafner: Das Orgelwerk von André Fleury (1903–1995) und sein Verhältnis zur französischen Orgelmusik des 20. Jahrhunderts

In der Geschichte der französischen Orgelmusik nimmt André Fleury (1903-1995) eine herausragende Stellung ein. Fleury gilt als einer der letzten Symphoniker der französischen Orgelmusik des 20. Jahrhunderts, war Organist, Improvisator, Komponist und Pädagoge. Bald nach der Jahrhundertwende in eine musikalische Familie geboren, gehört er zur Gruppe derjenigen Musiker, die ...  mehr    


# „Ahnung vom Geheimnis, das größer ist als wir selbst“: Pater Anselm Grün hat ein Buch über Musik geschrieben. Im Interview spricht er über die Fähigkeit von Musik, Menschen zu verwandeln, und von der Musik, die sein Leben begleitet.

(Anselm Grün: Meine Musik-Rituale. Wie Musik uns verwandelt - 157 Seiten. ISBN 978-3-7618-2600-3. Bärenreiter-Verlag 2021. € 19,95)
 
Pater Anselm, warum haben Sie sich jetzt, nach so vielen erfolgreichen Büchern, einem anderen Thema, der Musik, zugewandt?

Ich wollte auch anderen Menschen Anteil geben an meinen Erfahrungen mit der Musik. In der Pandemie hatte ich natürlich noch mehr Zeit, Musik zu hören. Und ich bin davon überzeugt, dass es den Menschen, die im Lockdown an die eigene Wohnung gebunden sind, gut tut, sich Zeit für Musik zu reservieren. Da ich die verwandelnde Wirkung von Musik auch für verschiedene Stimmungen beschreibe, können die Anregungen gerade für Menschen heilsam sein, die unter der Pandemie leiden.
 
Hat Musik an sich, also jenseits explizit geistlicher Texte, eine spirituelle, eine therapeutische Kraft?

Schon der griechische Philosoph Pythagoras hat von der heilenden Wirkung der Musik gewusst. Er schrieb, Musik bringe die Schwingungen im Menschen, die durch negative Emotionen oft durcheinandergeraten sind, wieder in die richtige Ordnung. Das tut der Seele gut. Ernst Joachim Berendt sagte, Musik sei „In sich Hinübergehen“. „Hinübergehen“ ist ja die Übersetzung von „Pascha“. Wir gehen in der Musik hinüber aus der Welt des Vordergründigen in die Welt der Transzendenz, des Göttlichen, in die Welt der Liebe.
 
Inwiefern „verwandelt“ die Musik Menschen?

Verwandeln ist etwas anderes als Verändern. Im Verändern lehnen wir uns selber ab und wollen andere Menschen werden. Verwandlung meint: Die Musik dringt in unsere Wirklichkeit ein, in die erstarrten Bereiche unseres Leibes und unserer Seele. Sie verwandelt Dunkelheit in Licht, Verhärtung in Lebendigkeit und Angst in Vertrauen.
 
Sie haben den Radius der Musik, die Menschen nicht nur tröstet, sondern auch aufbrechen lässt, vom Gregorianischen Choral über Bach, Mozart und Schubert bis zu Konstantin Wecker gezogen, dessen Musik Sie als Ermutigung zum Widerstand auffassen. Gegen was gibt Musik den Impuls zum Widerstand?

Die Musik sensibilisiert uns für die Liebe, aber auch für die Würde der Person. Daher gibt sie uns auch die Energie, gegen alles Widerstand zu leisten, was den Menschen entwürdigt, was ihn der Liebe berauben möchte.
 
Was macht geistliche Musik mit areligiösen Menschen und religiösen Skeptikern?

Ich kenne Menschen, die mit der Religion nichts zu tun haben wollen. Aber sie singen trotzdem im Bach-Chor. Die Musik bringt sie in Berührung mit ihrer Sehnsucht, dass es doch mehr geben muss als Besitz und Erfolg. Sie ahnen in der Musik etwas vom Geheimnis, das größer ist als wir selbst. Geheimnis ist für Karl Rahner ja die beste Beschreibung für Gott, der für ihn immer ein unbegreifliches und zugleich faszinierendes Geheimnis ist.
 
Wen wollen Sie mit Ihrem Buch ansprechen?

Das Buch ist für alle gedacht, die gerne Musik hören oder selber musizieren. Ich möchte mit meinen Gedanken die Leser und Leserinnen ermutigen, sich so auf die Musik einzulassen, dass sie mit der Weisheit und mit den heilenden Kräften ihrer Seele in Berührung kommen und sie die belebende Wirkung der Musik bewusster wahrnehmen.  (Kerstin Bastian/Johannes Mundry)

# Apropos Singen: „Wir beobachten, dass Singen seit dem Verbot in der Gesellschaft mehr und mehr sein positives und gesundes Image verliert.“  mehr 

# Woelki & Köln - Rede & Gegenrede: "Vor allem das stark überhöhte Amtsverständnis von Kardinal Woelki, der sich selbst gegenüber seinen Bischofskollegen beratungsresistent zeigte, hat dieses massive kirchenrechtliche Einschreiten Roms erforderlich gemacht. Für die Glaubenden im Erzbistum Köln und auch in ganz Deutschland ist zu hoffen, dass möglichst bald ein personeller und spiritueller Neuanfang mit einer Kirchenleitung gelingt, die einen wertschätzenden und glaubwürdigen Umgang sowohl mit den kirchlich Beschäftigten als auch mit allen Glaubenden praktiziert. Die Tatsache, dass eine Gemeinde Woelki als Firmbischof auslud und dass 14 der 15 Kreis- und Stadtdechanten von Woelki „persönliche Konsequenzen“ fordern, zeigt überdeutlich, dass mit ihm als Erzbischof keine fruchtbare Pastoral mehr möglich sein kann. Kardinal Woelki hat, so scheint es, das alte Machtsystem seines Vorgängers, Kardinal Joachim Meisner, fortgeführt, dessen Erzbischöflicher Kaplan und Geheimsekretär er von 1990 bis 1997 war." (Pressemitteilung von Wir sind Kirche/28.05.2021)  etwas anders in der Tagespost  



# Jesus im Home-Office? Sprachbilder aus einem Newsletter: "Liebe Freunde des Bibellesebundes, das ist die Bedeutung von Christi Himmelfahrt: Jesus ist im Home-Office. So verstehe ich die Worte, mit denen er seine Himmelfahrt ankündigte: „Ich gehe hin zu dem, der mich gesandt hat. (Johannes 16,5). Das meint nicht, dass Jesus jetzt weit weg, abgehoben, distanziert und unerreichbar wäre. In Wirklichkeit führte sein Weg zum Vater gleichzeitig in unsere unmittelbare Nähe. Er selbst hat das so erklärt: „Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht von euch wegginge, käme der Helfer nicht zu euch; wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden.“ (Johannes 16,7). Jesus stehen nicht nur digitale Möglichkeiten zur Verfügung, sondern er wirkt durch seinen Geist und ist überall mit seiner ganzen Allmacht gegenwärtig! Sein himmlisches Wirken hat also irdische Auswirkungen. Vor allem ist der Weg von Jesus ins Home-Office auch der Start in eine weltweite Outdoor-Offensive, die in der Bibel Mission genannt wird und womit Jesus seine Nachfolger bei seiner Himmelfahrt beauftragt hat. Der Bibellesebund ist ein Teil dieser Outdoor-Offensive und benötigt neben der Hilfe durch den himmlischen Auftraggeber auch Ihre irdische Unterstützung. Vielen Dank, wenn Sie Sich für unsere Arbeit interessieren und einsetzen."  


  Zur derzeitigen kirchlichen Diskussion - wenn man über das Ziel hinausschießt und es zu bunt wird ... 

# „Ich bin Liv“ - Kindeswohlgefährdung durch Transgender-Aktivismus im WDR-Kinderkanal? - Die Kontextualisierung eines Radiobeitrags für 8-Jährige im gesamtgesellschaftlichen Diskurs: Meinem geliebten Deutschlandfunk wollte ich den Rücken kehren, weil mir das grassierend aggressive Gendern (mit dem Glottisschlag beim Stern***chen) aufs Gemüt schlug. So landete ich mit dem WDR allerdings gehörig in der Traufe, daran änderte auch die Feineinstellung WDR 5 nichts. Insbesondere der aktivistische Trans-Beitrag für Kinder ("Ich bin Liv") ließ mich und meinen ...  mehr 



# Zur 2. Folge des Podcasts Digitalorgel  mehr    

# Mit dem Heiligen Gral aus Parsival und Lohengrin zur christlichen Humanitas - Thomas Manns antifaschistische Abstrahierung von Mythos und Religion  mehr    





# "Wir sind Kirche" zweifelt an Woelkis Unschuld: "Kardinal Joachim Meisner wird durch das Gutachten besonders schwer belastet. In der Zeit, als Meisner Erzbischof von Köln war (1989 bis 2014), arbeitete Rainer Maria Woelki lange Jahre (1990 bis 1997) als dessen Erzbischöflicher Kaplan und Geheimsekretär – eine Aufgabe, die er seiner absoluten Loyalität zu Kardinal Meisner zu verdanken hatte. Es fällt schwer zu glauben, dass er an der Handhabung von Missbrauchsfällen in keiner Weise beteiligt oder davon zumindest Kenntnis gehabt haben soll. Deshalb müsste Woelki auch über die rein juristische Aufklärung hinaus endlich persönlich Verantwortung übernehmen und seinen Rücktritt anbieten." (Wir sind Kirche 18.03.2021)  zu einer anderen Ansicht: siehe "Die Tagespost"  

# Seite "Orgeljournal-Noten" für Klavier oder Orgel mit/ohne Pedal  mehr

# Update der Seite "Orgelsachverständige"  mehr 

# Aus aktuellem Anlass - Hinweis auf die Journal-Klassikerseite: Adel verpflichtet - Eklatant christliches Versagen  mehr  

NEUE MUSIK  "Power Chords - Sacropop für ein Tasteninstrument": Die neue Orgelaufnahme mit der kaum kaschierten Quintschiebung zwischen Bass und Tenor im ersten Takt - deswegen auch der terminus technicus der E-Gitarristen im Titel - mag vielleicht etwas gegen womögliche Symptome des Corona-Blues bewirken.

Die Quintparallele zu Beginn ist für diese  Musik recht charakteristisch; sie hat mich indes lange beschäftigt. Durch die Oktavsprünge im Bass scheint sie etwas abgemildert. Konkret: Auf D-Dur in Terzlage folgt G-Dur in Oktavlage mit e im Bass. Das klingt ein bisserl jazzig oder zumindest sacro-poppig und verhindert eine Oktavparallele, die ich in diesem Fall als gräuslich empfunden hätte.

Wie dem auch sei: Der profunde Artikel "Quintparallelen" in "KiEK - Kirchenmusik im Erzbistum KölnHeft 1/2014" (und zwar auf den Seiten 12 bis 17; Autor nicht genannt) hat mich nochmals darin bestärkt, mein Opusculum gerade mit diesem energievollen Entrée erlaubt zu sehen und schön finden zu dürfen. Die Lektüre des instruktiven und auch etwas humorvollen Artikels sei übrigens wärmstens empfohlen. Eine Veröffentlichung von "Power Chords" auf YouTube ist angedacht, eine spätere Notierung ebenso.  (mpk) 
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# Audiatur et altera pars: Die Initiative Wir sind Kirche brachte unlängst die Causa Köln & Woelki folgendermaßen auf den Punkt: "Die nach wie vor völlig verworrene Situation im Erzbistum Köln stellt derzeit eine große Belastung für den Synodalen Weg dar. Die jüngste Stellungnahme des Diözesanrates Köln sowie die Briefe der beiden Kölner Priestergruppen zur aktuellen Situation der Missbrauchsaufklärung zeigen, dass eine fruchtbare Pastoral im Erzbistum Köln derzeit unmöglich ist. Der Vertrauensschaden in Köln, aber auch für die Kirche in Deutschland ist enorm." So weit, so gut. Den Gesetzen einer aufklärerisch verstandenen Dialektik gemäß ist es aber noch besser, auch die andere Seite zu konsultieren und die eigene distinctio rationis weiterhin zu stimulieren. So auch hier durch die gewissenhafte Lektüre anderer Standpunkte. Es gilt, diese Bandbreite auszuhalten und zu integrieren, auch wenn man es zunächst gar nicht mag.  (mpk)  zum Tagespost-Artikel  






# Apropos Köln - "Wir sind Kirche" hat zur Solidarität mit dem Dormagener Pfarrer Klaus Koltermann aufgerufen, der die unsägliche Silvester-Predigt von Kardinal Woelki kritisiert hatte und dem danach Konsequenzen angedroht wurden. Das Erzbistum habe die unhaltbaren Androhungen zwar sehr schnell zurückgezogen, aber der Skandal um den Umgang mit der Kölner Missbrauchsstudie halte noch an.  weiterführende Infos auf katholisch.de  


# Ein gesegnetes Neues Jahr 2021! Möge sich das Jahr in einem guten Spannungsverhältnis der Inhalte folgender drei Zitate aufhalten:

"Optimismus ist nur ein Mangel an Information." (Heiner Müller)
"Denkfaulheit ist keine Gabe des Heiligen Geistes." (Karl Rahner)
"Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe." (Apostel Paulus von Tarsus/1 Kor 13)





Zuweilen mag man den Eindruck gewinnen, die Erde wäre doch eine Scheibe, auf der sich hunderttausende Hamsterräder asynchron zu drehen gedenken.
Vielleicht bietet Corona, diese kleine miese Mikrobe, die so viel einsames Leid auf ihrem Kerbholz trägt, die Gelegenheit, manchen Hamster freizusetzen. Auch als Ausgleich dafür, dass sich einige Hamsterräder nun sehr viel schneller zu drehen scheinen.

Man könnte innehalten und Pläne schmieden. Oder einfach nichts tun. Diese gute Freiheit besteht.

Du kannst an der Krippe vorbeigehen oder von Ferne auf sie schauen. Und ansonsten nichts tun. Du kannst aber auch kurz hineinschauen. Und dann nichts tun.

Ja, Du kannst dort gar mit einem Selbstgespräch beginnen und darauf – wenn Du magst – das Gespräch mit dem wirklichen Du zu führen suchen, falls es Dir nicht bereits im Selbstgespräch begegnete. Ohne Abstand bei Anstand. Auch das ist möglich.

Die Krippe ist nicht vom Lockdown betroffen. Du findest sie überall. Auch wenn dort viele Haushalte zusammentreffen: Quarantäne wäre kein Thema. Aber Du musst das auch alles gar nicht tun. Vielleicht bewahrheitet sich der Satz des guten alten Augustinus: "Viele, die drinnen sind, sind draußen, und viele, die draußen sind, sind drinnen." Wer weiß.

Jeder trifft seine und dann richtige Entscheidung. In diesem engeren Sinne:
Frohe Tage – in welchem Modus auch immer – wünscht
Matthias Paulus Kleine

(Bild: Einzelhandel Wallfahrtsort Gößweinstein/Fränkische Schweiz 2008)    







# Wir sind Kirche zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen im Erzbistum Köln: Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche ist bestürzt über die neuen Vorwürfe gegenüber den Verantwortlichen im Erzbistum Köln, die jetzt im Zusammenhang mit dem 2017 verstorbenen Pfarrer Johannes O. bekannt geworden sind. Wenn es stimmt, dass den bereits 2010 angezeigten einschlägigen Missbrauchsvorwürfen gegen den 1929 geborenen Pfarrer Johannes O. nicht weiter nachgegangen, keine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet und der Fall nicht an den Vatikan in Rom gemeldet wurde, dann sind die hierfür Verantwortlichen in der Kölner Bistumsleitung zur Rechenschaft zu ziehen. Sie sollten ihre Ämter zur Verfügung stellen. (aus der Pressemitteilung vom 10. Dezember 2020)












# Vom Recht auf Weihnachten und die korrekte Information - Zitat des Monats:
"So ein Recht auf so ein Weihnachtsfest gibt es nicht, und ich denke, dass wir sagen müssen, dass Weihnachten dieses Jahr anders sein wird." (Margot Käßmann) - Bei aller Schlichtheit der Pfarrerinnenworte muss bedacht werden, dass das vielfach kolportierte „Es gibt kein Recht auf das Weihnachtsfest“ eine unzulässige Verkürzung oder Verfälschung zu sein scheint. Käßmanns Aussage "so ein Weihnachtsfest" bezog sich auf größere Feiern mit Familie oder Freunden. Frank-Walter Steinmeiers unnachahmliche Plattitüde "Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht nehmen" hat es leider nur auf Platz zwei geschafft. Bei dem scheidenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Herrn Heinrich Bedford-Strohm, fiel die Auswahl indes zu schwer.  (mpk) 





# Nicht ohne Brisanz - aus einer Nachricht der Herder Korrespondenz: "„Offensichtlich wurde ich über manches im Innenleben der Integrierten Gemeinde nicht informiert oder gar getäuscht, was ich bedauere“: Mit diesen Worten hat zum ersten Mal ein früherer Papst sein eigenes Verhältnis zu einer Gruppierung kommentiert, gegen die der Vorwurf geistlichen Missbrauchs im Raume steht. Benedikt XVI., der seit Jahrzehnten als Freund und Förderer der Katholischen Integrierten Gemeinde (IG) galt, geht in der neuen „Herder Korrespondenz“ auf Distanz, spricht von persönlichem Bedauern, von „schrecklichen Entstellungen des Glaubens“. Was ist passiert?
 
Der emeritierte Papst reagiert auf Recherchen unserer Autoren Benjamin Leven und Lucas Wiegelmann. Sie haben mit ehemaligen Mitgliedern der IG gesprochen, die schwere Vorwürfe erheben: Die Aussteiger wollen drangsaliert, finanziell geschädigt und Opfer einer Art spiritueller Gehirnwäsche geworden sein. Im Erzbistum München und Freising läuft bereits eine offizielle Visitation dazu. Der Bewegung, die einst als christliche Vorzeige-Initiative galt, droht damit das Ende der kirchlichen Anerkennung. Doch es spricht einiges dafür, dass die IG bereits an einem Comeback in neuem Gewande arbeiten könnte."  (mehr unter https://www.herder.de/hk)



# Spaß muss in diesen Zeiten sein! Krippe 2020 unter Berücksichtigung der derzeit geltenden Corona-Regeln: Für alle, die auch dieses Jahr eine Weihnachtskrippe aufstellen wollen, seien hier ein paar zielführende Tipps aufgelistet. Jesus, Maria und Josef = 1 Haushalt ... aber dann wird es schon eng. Hinzu kommen die Hirten (lt. Überlieferung mind. 2) plus die 3 Weisen. Gehen wir davon aus, dass die (mind.) 2 Hirten nicht miteinander verwandt sind und die 3 Weisen auch nicht in einer WG zusammenleben, kommt man auf insgesamt 8 Personen aus 6 Haushalten!

Was kann man tun? Die drei Weisen erst am 6. Januar dazu stellen (was ohnehin in strengen christkatholischen Haushalten der Fall sein dürfte) und die Hirten am 5. Januar nach Hause schicken. Zettel ausfüllen lassen mit Namen, Anschrift, Ankunfts- und Abreisezeit, Desinfektionsspender aufstellen und ganz wichtig: mit Markierungsband die Abstände vor dem Stall und die Einbahnstraßenregelung klar kennzeichnen! Nicht zu vergessen, eine Security sollte vor dem Eingang stehen.

Zusatzidee: Die drei Könige bringen statt Gold, Weihrauch und Myrrhe doch lieber Klopapier, Hefe und Nudeln mit. So. Nun sollten alle Unklarheiten unmissverständlich geklärt sein. (Autor unbekannt; red. bearb./mpk)  weitere Ideen

# Bischof zur Pandemie: „Corona hat eine Entwicklung in der Pastoral beschleunigt, die in Zukunft weniger klerikerzentriert, dafür aber mit engagierten Gläubigen und damit auch partizipativer, selbstbestimmter und vielfältiger gestaltet sein will.“ (Bischof Bode, Osnabrück, Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 23.9.2020)   

# Neu im YouTube-Channel: podcast Digitalorgel 1  mehr









# Theologisches Zitat des Monats: "Der barmherzige Samariter hat auch seinen Mantel geteilt und hat nicht gewartet bis jemand kommt und sagt, ich wäre auch noch bereit." (Katrin Göring-Eckardt)  mehr 



















# Sind Judith Klaiber, Erzbischof Carlo Maria Viganò und Gerhard Ludwig Kardinal Müller Verschwörungstheoretiker? Laut „Bullshit“, dem genialen Essay des amerikanischen Philosophen Harry Frankfurt, kann man angesichts eines Sachverhaltes stets diese Fragen stellen: Wo ist hier Wahrheit? Wo ist hier – mit einem Interesse an der Wahrheit, aber sie negierend – Lüge? Und wo ist hier – ohne jegliches Interesse an der Wahrheit und sie folglich völlig entwertend – Humbug bzw. Bullshit, mit dem sich der Produzent lediglich in Szene setzen möchte? Frankfurts Koordinaten seien vorweg zitiert, um Dinge des Alltags zeitsparend zu ordnen. Mein Tipp: Fangen Sie gleich bei diesem Text damit an und behalten Sie Frankfurts Fragen bitte bei der Lektüre stets im Hinterkopf. (Das muss nun als MuTh-Mini-Rezension von „Bullshit“ reichen, dieses Büchlein ist genial, galant und günstig.) Nun zum Thema: Das Wort Verschwörungstheorie ist derzeit mächtig in Mode. Zumindest im Diskurs der sog. Zivilgesellschaft. Und das inmitten der Corona-Krise. Kanzlerin Angela Merkel würde eher ...  mehr   






Neu  Leichte Orgelwerke: "Last Verse Harmonisation" & "Soundtrack" - Neue Orgeljournal-Noten/MP3  mehr 

# Muss man den Spieltisch samt Klaviaturen desinfizieren? Der Bund Deutscher Orgelbauer hat auf der Basis von Informationen aus dem Robert-Koch-Institut eine entsprechende Presse-Mitteilung erstellt.  mehr

# Frohe Pfingsten! Mit diesem Gruß können leider nur noch wenige Mitmenschen etwas anfangen, einige assoziieren gar die Sphynx. Gleichwohl ist es eine hohe Hürde, über den Hl. Geist zu sprechen. Gottes Power? Ja, aber das reicht wohl nicht so ganz. Mehr als Worte sagen mitunter Bilder. Ein kleines - und vielleicht aus einer Corona bedingten Lüftungsmotivation heraus - geöffnetes Fensterchen am Pfingstsonntag 2020 brachte eine neue Wahrnehmung auf den Punkt. Der Soester Patrokli-Dom bot die Kulisse. Hier bündelte sich in aller Kontingenz Energie, brach herein und brachte es wie ein Laserstrahl auf den Punkt. Der Betrachter war vereinnahmt, auch wenn er sich gar nicht direkt dem Lichtstrahl aussetzte. Das Bild mag banal sein, es hat jedoch die Potenz des Mehrdimensionalen. Jeder darf hier synapsieren. Viel Geisteskraft dabei!  (mpk)








# Ostergruß 2020: Liebe Leserinnen und Leser, die Lage ist so außergewöhnlich, dass viel weniger von alledem stattfindet, was vertraut ist. Man muss sich das einmal vorstellen: Seit der Christianisierung unserer Breitengrade fallen erstmals flächendeckend alle besuchbaren Gottesdienste aus, um Menschenleben zu retten. Das hat es noch nicht einmal in viel ungnädigeren Kriegszeiten gegeben. Bildschirmgottesdienste sind vielleicht ein Trost. Gott sei Dank: Ostern findet statt. Nur völlig anders. Passt auf Euch auf! Ein ganz neues, frohes und gesegnetes Osterfest wünscht Matthias Paulus Kleine



# Zeit der Polylemmata - Die Corona-Krise als  Grenzerfahrung und Unterbrechungsereignis: Wir spielen alle mit - wie in einer Netflix-Dystopie. Eine miese Mikrobe setzt unser gewohntes Leben völlig außer Kraft. Wir stellen fest, dass es sehr brüchig ist. Gesundheitlich, gesellschaftlich, wirtschaftlich, finanziell, politisch … alles ist völlig aus dem Lot. Der Einkauf von Toilettenpapier und Hefe wird ebenso zum Gewinnspiel, wie ein leichtes Husten des Nächsten hochsensibilisiert als dräuendes Fatum wahrgenommen wird. Zynische Corona-Partys gerieten zur von rotzigen jungen Erwachsenen unerkannten Form des russischen ...  mehr






# Weihrauch und Weihwasser als frühe Hygiene-Maßnahmen: "Liebe Leserin, lieber Leser, die Corona-Krise hat nicht nur Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erfasst. Sie hat auch das liturgische Leben in Deutschland und in weiten Teilen Europas zum Erliegen gebracht. Öffentliche Gottesdienste sind fast überall untersagt, Fastenaktionen fallen aus, selbst Bischofsweihen müssen verschoben werden. Ja, die Maßnahmen sind historisch einmalig. Wahr ist aber auch: Die Kirche verfügt bereits über eine lange und reiche Hygiene-Tradition, gerade auch im Zusammenhang mit ihren Kulthandlungen. Man spürt es bis heute in jeder Pfarrgemeinde: am Weihrauch, der einst auch desinfizierend wirken sollte. Am extra lange haltbaren Chrisam für die Taufe. Oder am seit dem 6. Jahrhundert üblichen Brauch, dem Weihwasser fäulnishemmendes Salz beizumengen." (aus dem Newsletter der Herder Korrespondenz vom 3.4.20)



# Martin Werner und die "Berner Schule" - dem Erbe Albert Schweitzers verpflichtet: Der Theologe Albert Schweitzer verließ Europa früh. Da er keine weitere universitäre Laufbahn eingeschlagen hatte, kam sein Werk (Jesus/Paulus/Kulturphilosophie …) nicht so zum Zuge, wie es wünschenswert gewesen wäre. Die Zäsur des Ersten Weltkrieges tat ein Übriges dazu. Durch die Vorherrschaft der "dialektischen" Theologie (im evangelischen Bereich) wurde zudem alles verdammt, was Liberalität assoziieren ließ.

Eine Ausnahme war die Schweiz. Dort hat die durch Martin Werner (1887-1964) begründete "Berner Schule" die Schweitzerschen Ideen aufgenommen und weiterentwickelt. Diese profunde theologische Facette ist in Deutschland weithin unbeachtet geblieben. Martin Werner geriet in Vergessenheit. Er blieb bis zu seinem Tod engster theologischer Freund Schweitzers, wovon der 2006 erschienene ...  mehr  

# Von der Schlauheit früherer Tage: "Die Idee war nun, dass Schiffe 40 Tage lang einige Kilometer vor der Küste ankern mussten. Man wusste nämlich, dass jemand, der die Pest überlebt hatte, nach 40 Tagen nicht ..."  mehr 



# Jochen Streiter - Vivat Vinylium! Realsatirisches zum Thema Orgel auf Tonträgern: Neunmal habe ich in dieser Zeitschrift die Rubrik „Kleinorgel-CDs“ veröffentlicht, von 2004 bis 2013. Obwohl ich meinte, einen phantastischen Service zu liefern, tendierte die Reaktion aus dem Leserkreis gegen Null. Meine Bitten um Hinweise verhallten ohne Echo. Gefrustet stellte ich die Serie ein. Und stieg um. Auf Vinyl. Und lag damit im Trend. Eine überraschende Entwicklung war eingetreten. Die gute alte Langspielplatte - einst als dem Untergang geweihte Spezies belächelt - ist wieder da. Es werden neue Scheiben gepresst und Plattenspieler gebaut. Sogar Rillen reinigende Waschmaschinen gibt es. Verkaufsmessen finden statt, Fachmagazine für ´Vinyl-Kultur´ erscheinen. Totgesagte leben länger, war zu lesen. Wie konnte das geschehen? Einiges kommt da zusammen. Die LP ist kompatibel mit hehren Prinzipien. Dem  Entschleunigen etwa. Man steht langsam auf und dreht die Platte vorsichtig um. Sodann die Nachhaltigkeit. Wer eine Schallplatte erwirbt ...  mehr 







# Seit dem Abriss der Bunk-Orgel wird das hier seit 2008 dokumentierte Ansinnen einer Rettung zwangsläufig nicht weiter verfolgt. Mögen alle zusammengetragenen Erörterungen für ähnliche und zukünftige Problemlagen lehrreich sein, um Lobbyisten kurzlebiger Orgelmoden und finanzmächtiger Kirchen frühzeitig ...  mehr

# Bach und die Theologie - Abschluss von Martin Petzoldts „Bach-Kommentar“: Martin Petzoldt: Bach-Kommentar. Theologisch- Musikwissenschaftliche Kommentierung der geistlichen Vokalwerke Johann Sebastian Bachs. Band IV: Messen, Magnificat, Motetten. Hrsg. von Norbert Bolin unter der Mitarbeit von Jochen Arnold, Christfried Brödel und Michael Beyer. Schriftenreihe der Internationalen Bachakademie Stuttgart, Band 14.4. ISBN 973-3-7618-2398-9. Bärenreiter-Verlag 2020. 496 Seiten. € 59,–. Martin Petzoldts „Bach-Kommentar“ behandelt in vier umfangreichen Bänden das gesamte geistliche Vokalwerk Johann Sebastian Bachs und führt dabei theologische Deutung und den aktuellen Stand musikwissenschaftlicher Forschung zusammen. Für diese theologisch-musikwissenschaftliche Kommentierung wurden vor allem aus der zeitgenössischen Theologie der von Bach vertonten Texte wichtige Quellentexte herangezogen und in längeren Auszügen abgedruckt: neben der Bibelübersetzung Luthers zum Beispiel die „Olearius-Bibel“ und sogenannte „Leit-Gesangbücher“. Dadurch ist es gelungen, neue Deutungsansätze zu entwickeln und das geistliche Vokalwerk Bachs – zum Beispiel auch liturgisch und kirchenjahresgemäß – genauer einzuordnen. Der abschließende vierte Band enthält die Kommentare zu Bachs Messkompositionen, zu Magnificat und Motetten sowie verschiedene Register zu allen vier Bänden. Der Bach-Forscher und Theologe Martin Petzoldt starb im März 2015, eher er sein Opus magnum fertigstellen konnte. Die hinterlassenen Unterlagen machten es jedoch möglich, dass Norbert Bolin mit Jochen Arnold, Christfried Brödel und Michael Beyer das Werk im Sinne des Autors vollenden konnten.

# Der "synodale" Weg - Wie bitte? "Haben Sie schon vom Synodalen Weg gehört? Um was geht es da? Wer kann und darf da überhaupt mitreden? Vor allem aber: Wer entscheidet da? Über wen, über was? Mit welcher Verbindlichkeit?  Und wird dieser aufwändige Prozess die Probleme und Spannungen in unserer Kirche – zumindest ansatzweise – lösen können? Was kann der Synodale Weg in Deutschland für unsere Diözesen, für meine Kirchengemeinde, aber auch für die Weltkirche bedeuten? Um diese und noch viele andere Fragen geht es ..."  mehr  

# Orgelakademie Hamburg „Louis Vierne 2020“ mit Olivier Latry: Vom 8. bis 12. Januar 2020 fand in Hamburg eine Orgelakademie zum 150. Geburtstag von Louis Vierne statt. Über 60 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zusammengekommen, um in einem Meisterkurs mit dem Titularorganisten von Notre-Dame Paris, Olivier Latry, Interpretationsansätze für die Musik von Vierne und anderen Vertretern der symphonischen Orgeltradition Frankreichs kennenzulernen. Organisiert wurde die fünftägige Veranstaltung vom Kulturmanagement ORGANpromotion (Leitung: Michael Grüber).

Olivier Latry, der zu den weltweit führenden Organisten zählt, verstand es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf souveräne und auch humorvolle Weise zu unterrichten und ihnen die französische Orgelwelt des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts näher zu bringen. Eindrucksvoll unterstrich er seine Erläuterungen immer wieder mit spontan vorgespielten Parallelstellen aus anderen Werken und bereicherte seine Ausführungen mit Anekdoten über die französischen Organisten-Persönlichkeiten. Neben den Orgelwerken Viernes legte die Orgelakademie einen besonderen Fokus auf Kompositionen von dessen Lehrern César Franck und Charles-Marie Widor. Vierne hatte nur kurz Gelegenheit, bei César Franck zu studieren und wechselte nach dessen Tod 1890 zu Francks Nachfolger Charles-Marie Widor; 1900 wurde er zum Titularorganisten von Notre-Dame Paris gewählt, ein Amt, das er 37 Jahre lang bis zu seinem Tod innehatte.
Hamburg und französische Orgelsymphonik – passt das zusammen?

Als Olivier Latry nach dem Brand von Notre Dame in Paris um eine Alternative für einen Orgelkurs Louis Vierne gefragt wurde, wählte er spontan die von der Orgelbaufirma Kuhn (Schweiz) erbaute Orgel der Kulturkirche St. Johannis in Hamburg-Altona. Nachdem deren alte Orgel 1994 durch einen Brand komplett vernichtet worden war, entschied man sich für den Neubau eines Instrumentes, das sich an der symphonischen Klangwelt französischer Prägung des Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll orientiert. Die 1998 fertig gestellte dreimanualige Orgel mit 48 Registern bot hervorragende Möglichkeiten, die Werke von Vierne, Widor und Franck klangadäquat zu realisieren.

Abgerundet wurde die Orgelakademie durch ein vielfältiges Begleitprogramm: In einer Gesprächsrunde diskutierte Olivier Latry mit dem Vierne-Experten Dr. Markus Frank Hollingshaus, dem Organisten Pieter van Dijk sowie mit Mahela Reichstatt, studentische Teilnehmerin des Meisterkurses, über die Herausforderungen von Notenausgaben, insbesondere über die Ausgaben der Vierne-Werke. Am Freitag stand eine „aktive Orgeltour Hamburg“ auf dem Programm: Zunächst präsentierte und erläuterte der dortige KMD Manuel Gera die Orgeln im Hamburger Michel, bevor es die wunderbare Gelegenheit gab, diese Instrumente selbst auszuprobieren – ebenso wie am Nachmittag dann die zwischen 2007 und 2013 wieder aufgebaute Hauptorgel an St. Katharinen. Ein Teilnehmerkonzert mit Werken von Vierne und Widor bezeugte das hohe Niveau der Orgelakademie. Das Abschlusskonzert, in dem Olivier Latry Werke von Widor (Allegro aus der 6. Symphonie), Franck (Pastorale), Augustin Barié (Intermezzo) und Vierne (1. Symphonie) darbot, unterstrich eindrucksvoll, dass ein Weltstar nach Hamburg gekommen war.  (Dr. Christiane Strucken-Paland)



# Klassikerseite MuTh: "Adel verpflichtet: Eklatant christliches Versagen": Der Hype um die inszenierte Vermählung des Berufssoldaten Henry Charles Albert David (sog. Duke of Sussex) mit der Schauspielerin Meghan Markle (nunmehr sog. Duchess of Sussex) lässt indes auch hierzulande fast einhundert Jahre später eine kritische Distanz mit möglichst einhergehenden reifen Verstandesleistungen vermissen. Ein Arbeitsergebnis bestünde darin, derlei Marketingbemühungen der britischen Soft Power als ...  mehr   

# Neues von der Riesenorgel des Stephansdomes: Die Reportage vom ORF legt mit Bildern und Worten nochmals diejenigen Umstände deutlich nahe, die Eingeweihte ahnten oder bereits wussten: Die Reorganisation der Wiener Kauffmann-Orgel ist offenbar ein technischer Neubau unter Verwendung von Altmaterial. Dieses kann vermutlich aus verschiedenen Gründen nur nicht so benannt werden. In der Reportage geht's mit dem Thema Riesenorgel ab der 20. Minute los.  mehr 

 Update der Seite  # "Orgelimprovisation - Teil 2 - Tipps für Landorganisten - Leichte Orgelimpro-Modelle": 13 Strategien sind mittlerweile inklusive Glossar verschriftlicht und auch zu hören.  mehr  

# Elektronische Orgel beseitigt: Laut der Zeitschrift Musica sacra (Nr. 6/2019) wurde die aufsehenerregende Digitalorgel des Petersdomes wieder entfernt. Dieses durch den ehemaligen Chorleiter Massimo Palombella in Betrieb genommene Instrument hatte Ende 2018 (insbesondere in Deutschland) zu einer kontroversen Diskussion geführt.


# Neue Rubrik "Tipps für Landorganisten": Der musikalische Gruß "Allein Gott in der Höh sei Ehr" mag diesen Wunsch mit seinem Tanzcharakter unterstreichen: Ein kurze Intonation (48 Sek.) mit pulsierenden Bordunbässen und archaisierender Melodieveränderung bei kathedraleskem Klang. Energie, Leichtigkeit und Würde - Deo bene volente. Die spieltechnischen Hinweise sind indes hier zu finden: Bordunbässe (also Quinten) auf Fc' im 2-Viertel-1-Viertel-Rhythmus, ebenso Bf und cg, Ziel: Betonung des Tanzcharakters; ebenso archaisierende Veränderung des gekürzten Melodieverlaufs; Mittelteil in der Moll-Parallele d mit ...  mehr  (mpk)


# Neue Orgel-CD aus der Wallfahrtsbasilika Werl: Anlässlich seines 30-jährigen Bestehens hat der Förderkreis der Kirchenmusik an der Basilika Werl eine neue CD herausgebracht. Die Aufnahme gibt den Livemitschnitt eines Konzertes wieder, das Ulrich Pakusch unter dem Titel „Orgelfeuerwerk“ am 29. September 2019 an der Stockmann-Orgel der Wallfahrtsbasilika Werl gespielt hat. Mit bekannten und beliebten Orgelwerken führt Ulrich Pakusch in unterschiedlichen Schattierungen die vielseitigen Klangfarben der BasilikaOrgel vor, die in den letzten drei Jahrzehnten im Mittelpunkt der Konzertreihen stand und zu den größten, klangschönsten und meistgespielten Orgeln der Erzdiözese Paderborn gehört. Durch das Programm führt der ...  mehr  


                                                                                                                       

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