Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche   

                                       

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© „A capella“ mit freundlicher Genehmigung von Marius van Dokkum                                                                                                                                                                              

Acht Szenen und mehr aus einem Männerbund - Dialektisches zur gesetzlich nicht geschützten Bezeichnung Orgelsachverständiger (OSV)         

Szene 1: Orgelsachverständiger A und Orgelbauer O treffen sich des Abends in der unweit der Kirche gelegenen Dorfschänke und sind sich nach dem dritten Trunk darüber einig, sehr gute Arbeit geleistet zu haben. Sie prosten sich einander zu mit dem Spruch: "Wir haben alles richtig gemacht!"                                                                
Szene 2: Der Orgelsachverständige S macht tatsächlich vieles richtig, hat Freude an seiner zusätzlichen Tätigkeit und pflegt gute Kontakte zu Orgelbauern, Organisten und Pfarrern. Er ist wissbegierig, reflektiert und hat ein offenes Ohr für die Belange der Orgelbauer und Gemeinden. Während seines Studiums hatte er mehrmals bei Orgelbauern gejobbt. Er arbeitet sich aufgrund der sich verdichtenden Finanznot mancher Seelsorgeeinheiten schweren Herzens in die Materie der Digitalorgel oder auch der sog. Hybridorgel ein, um zu pragmatischen und akzeptablen Lösungen zu gelangen. Es spricht sich herum, dass er einer der wenigen OSV ist, die elektro-akustisches Wissen mitbringen. In seiner Freizeit baut er seit Jahren an einer häuslichen Pfeifenorgel, da er handwerkliches Geschick besitzt und mit Holz und Metall umzugehen vermag. Die Materialien bezieht er durch ihm bekannte Orgelbauer. Er entrichtet den Einkaufspreis.

Szene 3: Der Orgelsachverständige P ist zugleich Domorganist. Er begutachtet auf Geheiß des Orgelbauers eine kleine Dorforgel, die ausgereinigt, neu intoniert und anstelle einer kleinen Pedalmixtur mit einem Fagott 16' bestückt wurde. P setzt sich an die Orgel und geht jedes Register Ton für Ton durch und spielt daraufhin ein paar altbackene Improvisationen ruhiger und homophoner Art. Nach dieser Prüfung blickt er im Vorbeigehen durch die Prospektpfeifen auf die Pedallade und sagt: "Ganz schön eng!" Das Innere der Orgel nimmt er ansonsten nicht in Augenschein. Im Nachhinein stellen sich gravierende Intonationsmängel hinsichtlich der Pfeifenansprache und auch Probleme der nicht mehr zuverlässig arbeitenden mechanischen Koppelanlage heraus.                                                                   
    

Orgelsachverständiger historisch 

"... Im 19. Jahrhundert übten zumeist normale Organisten, gelegentlich auch Pfarrer diese Funktion aus, ohne besondere Ausbildung, sie hatten sich allenfalls etwas belesen und gewannen dann im Amt gewisse Erfahrungen. Das beste, was man von ihnen sagen kann, ist: Sie redeten den Orgelbauern meist wenig hinein, da ihnen bewußt war, daß sie keine Ahnung vom Handwerk hatten. Sie stellten die Disposition auf oder beurteilten die vom Orgelbauer vorgeschlagene Disposition und nahmen am Ende die Orgel ab, meist mit einem ebenso lobenden wie ahnungslosen Gutachten.

Dann kam die Orgelbewegung, und die brachte einen neuen Typ von Orgelsachverständigen hervor: Dieser Typ war zwar ebenso wenig ausgebildet für seine Funktion, doch glaubte er alles besser zu wissen als die Orgelbauer. Orgelsachverständige dieses Typs legten nicht nur die Disposition fest, sondern auch die Mensuren und sprachen bei der Intonation ein gewichtiges Wörtchen mit. Ihr Wissen stammte überwiegend aus Büchern, war also rein theoretischer Natur, und in Unkenntnis der praktischen Folgen ihrer Theorien, wie eine gute Orgel zu sein haben, wurden auf ihrem Geheiß in der Praxis oft haarsträubende Fehler begangen: ...

In den 1970er-Jahren wurde das Fehlen jeglicher praktischer Kenntnisse im Orgelbauhandwerk als nicht mehr hinnehmbar angesehen und erstmals Fortbildungskurse zum Orgelsachverständigen eingerichtet. ... Immerhin haben sich die Orgelsachverständigen seit den 1980er-Jahren unter dem Eindruck solcher Kurse meist etwas mehr Zurückhaltung auferlegt und pfuschen den Orgelbauern nicht mehr unmittelbar ins Handwerk.

Nun also wird für den "Organ Expert" nicht mehr nur ein Fortbildungskurs, sondern ein zweijähriges Studium vorgesehen. ... Aber im Gegensatz zu bisherigen Orgelsachverständigen, die sich oft einer gewissen Zurückhaltung befleißigen, eingedenk des weisen Satzes "ich weiß, daß ich nichts weiß", wird dieser studierte Orgelexperte nicht zu solcher Zurückhaltung neigen - schließlich hat er ja ein zweijähriges Studium an drei Hochschulen absolviert und darf sich "Master" nennen, während der Orgelbauer ja nur eine Lehre und eine Ausbildung zum Meister absolviert hat, also ein simpler Handwerker ist. Dem zukünftigen Orgelbauwesen wird mit der Rückkehr zu theorielastigen Orgelsachverständigen mit riesigen Praxis-Defiziten und ebenso großer Überheblichkeit gegenüber den Orgelbauern ein Bärendienst erwiesen. ... Möglicherweise wird sich das Orgelexpertenstudium aber in den kommenden Jahren von selbst erledigen ..."  Dr. Roland Eberlein 2007  mehr        

Anm. d. Red.: Entgegen der verbreiteten Meinung, dass gegen Ende des Jahres 2010 der genannte Studiengang der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen wegen Teilnehmermangels eingestellt worden sei, darf hier ein gut unterrichteter Leser mit folgender Darstellung zitiert werden: "Es gab eine ausreichende Anzahl an Bewerbern, um einen Studiendurchlauf durchzuführen. Es wurden aber keine Aufnahmeprüfungen durchgeführt, da die beiden ausländischen Partnerhochschulen für die Zukunft ausfielen (Göteborg nach Rektorenwechsel und dadurch veränderten Interessen, Rom durch die Sparvorgaben der Regierung Berlusconi). Dadurch waren die Akkreditierungsvoraussetzungen als internationaler Studiengang nicht mehr gegeben."


Szene 4: Der Orgelsachverständige (JS)B ist seit seiner Kindheit - auch familiär bedingt - an den handwerklichen Dimensionen des Instrumentenbaus interessiert. Bis in seine letzten Jahre hinein ist er immer wieder als integrer und großzügig entlohnter Gutachter unterwegs und pflegt freundschaftliche Kontakte mit vielen Orgelbauern.

Szene 5: Der Orgelsachverständige L - Cousin von S - macht auch vieles richtig, hat Freude an seiner Tätigkeit und pflegt gute Kontakte zu Orgelbauern, Organisten und Pfarrern. Er ist wissbegierig, reflektiert und hat ein offenes Ohr für die Belange der Orgelbauer und Gemeinden. Während seines Studiums hatte er - ebenso wie S - mehrmals bei Orgelbauern gejobbt. Er arbeitet sich aufgrund der immer wieder viele Restaurierungen und Orgelplanungen begleitenden Herausforderungen in die komplexen Spannungsfelder der organologisch zu begreifenden Denkmalpflege ein, um zu akzeptablen Lösungen im konstruktiven Miteinander der unterschiedlichen Interessengruppen zu gelangen. Gebrauchtorgel-Projekte sind ihm vertraut; auch hier kennt er sich aus. Es ist bekannt, dass er ein kommunikationsfähiger und vielseitiger Fachmann ist.

Szene 6: Die Hausorgel des Orgelsachverständigen Z stammt von einer Orgelbaufirma, mit der er häufig zusammenarbeitet. Über Zusammenhänge und Kosten ist nichts bekannt. Nachfragen werden stets mit den Worten "Kein Kommentar!" beantwortet.                                                                                

Das Thema "Korruption im Orgelbau" auf einer Tagung der Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands (VOD)

"... die realen Beispiele, die beide (Orgelsachverständige; Anm. d. Red.) schilderten, belegten die Bedeutung dieses Themas: Es ist schon bemerkenswert, ... wenn ein Orgelbauer einem Orgelsachverständigen mehrwöchigen kostenfreien Urlaub in seinem Ferienhaus anbietet ... Ich steuerte einige ergänzende Anmerkungen zu den einschlägigen Straftatbeständen bei, was ich hier nicht näher vertiefen will. ... Da die VOD kein Berufsverband ist, sondern ein konfessionsübergreifender Arbeitskreis, müssen hier auch andere Stellen in den Entscheidungsprozeß eingebunden werden, um zu einer praktisch wirksamen Umsetzung zu kommen."  (aus einem Forum) 

Szene 7: Organist C, der zugleich nach vielen Jahren der Arbeit als A-Musiker Orgelsachverständiger geworden ist, findet an der Orgel seiner Pfarrkirche keinen Gefallen mehr. Um einen Orgelneubau zu forcieren, kommuniziert er den marginalen "Wasserschaden" an seiner Orgel in Gemeinde und Presse dramatisch. Tastenbeläge, die sich gelöst haben, werden demonstrativ nicht mehr aufgeklebt. Das Ziel wird durch eine Großspende erreicht. Die alte Orgel kann erfolgreich verkauft werden. Für deren Aufstellung in einer anderen Kirche fungiert Organist C als OSV. Anlässlich der Translozierung der Orgel wurde der sog. Wasserschaden durch den kostengünstigen Austausch von ein paar äußeren Holzplatten beseitigt. Die Zusammenarbeit mit Pfarrer und Gemeinde gelingt ihm nicht durchgängig. Dem Pfarrer nebst Kirchenvorstand wird es schließlich zu bunt, als sich der OSV gegen einen Monitor auf dem freistehenden Spieltisch ausspricht. Mit diesem sollen die Organisten der Gemeinde das Geschehen im Altarraum besser beobachten können, da das Rückpositiv jetzt höher liegt und ein Spiegel schlecht zu montieren wäre. Organist C favourisiert hingegen eine Lösung der gänzlich anderen Art: Zwischen den ca. 7 Meter auseinanderliegenden Hauptgehäuseteilen soll ein Drahtseil (sic!) gespannt werden, an dem ein Spiegel hängen soll. Nach dieser misslungenen Fachberatung erwähnen die Autoren der Festschrift zur neuen Orgelweihe Organist C mit keinem Wort als Orgelsachverständigen, gleichwohl darf er das Einweihungskonzert bestreiten, da man von diesem Teil seiner Kompetenz überzeugt ist.        

Szene 8: Eine Orgelsachverständige L muss noch geboren werden.  (mpk)      

Der folgende - hier wertfrei zitierte - Textauszug stammt von OBM Henny Jahn (Dortmund) und mag kompetent in die Dialektik miteinbezogen werden:

"Was ist ein Orgelsachverständiger?

Jemand, der Ahnung von Orgeln hat, meinen Sie? Nein, weit gefehlt.
 
                                                                                                                   
Der Begriff „Orgelsachverständiger“ - oder noch hochgestapelter: Orgelexperte - ist gesetzlich nicht geschützt, und so darf sich jeder so bezeichnen, auch Sie, der/die Sie vielleicht noch niemals eine Orgel von innen gesehen haben. So hat auch die Aussage dieser Leute z. B. vor Gericht keinerlei Relevanz, denn sie könnten nicht die dazu erforderliche Qualifikation nachweisen, die z.B. ein gerichtlich bestellter und vereidigter Sachverständiger aufweisen muss - dieser muss sogar überdurchschnittlich hohe Kompetenzen auf seinem Gebiet nachweisen können, im Bereich des Handwerks selbstredend Handwerksmeister sein.
                                                                                                          Diejenigen Herrschaften, die sich von Kirchens Gnaden als Orgelsachverständige bezeichnen, mit amtlichem Briefkopf von Bischof oder Landeskirchenamt, sind in den allermeisten Fällen schlichtweg nichts anderes als Organisten (KMDs, LKMDs, Regionalkirchenmusiker usw. usw.), die auf einer wichtigen Orgelbank ihren Dienst verrichten, meist gut Orgelspielen und Chöre leiten können, dann hörts mit den Kompetenzen in Sachen Orgel aber schon auf.                                                                                                          
Damit sie etwas mehr von Orgeln wissen als nur das Wort „Orgel“ schreiben zu können, werden sie zu einer Alibischulung (nach Ludwigsburg) geschickt, wo sie z.B. ein oder zwei Orgelpfeifen basteln dürfen, mit vorgefertigtem Material vom Orgelbauer und unter dessen Anleitung (und oftmals tatkräftiger Hilfe) natürlich. Ich spreche nicht wie der Blinde von der Farbe, denn ich habe mir diesen Kurs zum Spaß auch einmal angetan. Einige Tage (neuerdings dreimal eine Woche lang) werden sie darüber belehrt, was der Unterschied zwischen dieser und jener Pfeifenart ist, der Unterschied zwischen Barock und Romantik, wie sie einen wichtig klingenden Brief an eine Gemeinde aufsetzen und das Ganze dann als Gutachten titulieren können usw. usw. Man bekommt nun nach erfolgter Teilnahme ein Zertifikat: "zertifizierter Orgelsachverständiger (VOD)", das genauso viel Wert hat wie ein "zertifizierter Kartenleger (deutsche Esoteriker e. V.)", reine Blenderei mit Pseudokompetenz. Man kontrolliert und bewertet sich halt selbst.                                                                   
All das, was diese Leute rein fachlich wissen, können auch Sie sich, verehrter Leser, in einem Vormittag per Literatur aneignen. Wenn Sie ein Buch über KFZ-Bau lesen und einmal in einer Werkstatt mitschrauben dürfen, würden Sie sich dann als KFZ-Sachverständiger bezeichnen, nur, weil Sie Auto fahren können? Das wäre lächerlich, nicht wahr? Diese Organisten aber tun genau dies in Bezug auf die Orgel.
Sie machen sich in den Gemeinden wichtig, indem sie eine Orgelfahrt organisieren, Orgelführungen machen oder irgendwelche Halbwahrheiten über die Tonerzeugung bei einer Orgelpfeife erläutern (Niveau der Kenntnisse: gymnasialer Musikunterricht, Sexta... immerhin...) und somit den unbedarften Laien mit einfachen Mitteln beeindrucken und darüber hinwegtäuschen, dass sie in Wahrheit gar nicht wissen, wovon sie sprechen.                                                                                                
So hängen die Gemeinden diesen Aufschneidern an den Lippen und glauben ihnen alles, was sie von sich geben und der Gemeinde für wichtig und gut andrehen. Schließlich müssen sie es ja auch nicht selbst bezahlen. Oft kommen sie in seriösem Schwarz daher mit Ledermäppchen unterm Arm, oder betont leger, damit sie tun, als ob sie „es nicht nötig“ hätten und weit über den Dingen stünden. Oder sie lassen mal ganz locker das Künstlerimage raushängen.                                                                   
Dass sie in dieser Funktion keinerlei kirchenbehördlicher oder gar fachlicher Kontrolle unterliegen, ist erst der Anfang des Dramas. Der Möglichkeit für Vorteilsnahme, sprich: KORRUPTION, ist somit Tor und Tür geöffnet, oder wundern Sie sich nicht, warum manche Landschaften mit Orgeln bestimmter Orgelbauer geradezu übersät sind, oder bestimmte Orgelbauer aus entfernten Gegenden gehäuft Orgeln fern der Heimat restaurieren, obwohl diese Orgelbauer Hunderte von km weit weg wohnen, womöglich noch aus dem Ausland kommen, in dem auch nur mit Wasser gekocht wird? Hohe Spesen werden in solchen Fällen ohne Wimpernzucken in Kauf genommen.                                                                                                              
Nun denken Sie bitte nur nicht zu naiv, denn Bares fließt in den seltensten Fällen, weil sonst Transparency International in Kooperation mit Staatsanwaltschaft und Finanzamt auf der Matte steht. Es werden vielmehr Hausorgelteile abgezweigt (bis nach dem x-ten Projekt das gute Stück vollständig ist), CD-Aufnahmen finanziert (als Werbung fein getarnt), Konzertreisen mit allem Drum und Dran, ja sogar Bordellbesuche sollen z. B. in ... zu diesem Zwecke des Öfteren schon stattgefunden haben.                                                                                                                    
Es ist diesen Pseudosachverständigen, die ich wegen ihrer landläufigen Inkompetenz als Hochstapler brandmarke, des Systems wegen ohne Einschränkungen möglich, qualifizierte Orgelbaumeister, ganze Betriebe zu erpressen und auszusaugen, indem sie die Bedingungen diktieren, die auf nichts als auf persönlichem Geschmack beruhen und oft genug von keinerlei Realitätssinn getrübt sind.
                                                                                                                     Wenn eine Orgelbaufirma nicht mit diesen Wölfen heult, kann sie bald dicht machen, denn sie wird niemals durch Empfehlung eines dieser Pseudosachverständigen einen Auftrag erhalten. Die Gemeinden fühlen sich genötigt, diese Leute beratend heranzuziehen, weil man ihnen das einredet, dabei entbehrt dies jeder vernünftigen Grundlage. Man sollte annehmen, dass derjenige, der die Musik bezahlt, auch bestimmt, was gespielt bzw. gebaut wird. Da Mangels entsprechender Finanzen in der Regel keine Zuschüsse von den Kirchenbehörden zu einem Orgelbauprojekt gewährt werden, ist auch nicht einzusehen, warum diese ihre Abgesandten den Gemeinden aufnötigen. Vielleicht muss man aber an dieser Stelle den klaren Menschenverstand ausschalten. Jedes Schaf sucht sich schließlich seinen eigenen Schlächter.                                                                                                                                                                                                        
Ich kann nur jeder Gemeinde empfehlen, ohne diese Leute zu arbeiten, denn man möchte doch, dass jeder gespendete Euro in die Qualität der Orgel fließt und nicht etwa über dunkle Kanäle in die Taschen des „Sachverständigen“, der seine Hirngespinste auf Kosten einer ahnungslosen Gemeinde zu verwirklichen sucht. Die Kirchenämter sehen derzeit noch keinen Handlungsbedarf, ihren „Orgelsachverständigen“ den Persilschein zu entziehen, weil die Problematik dort schlichtweg nicht ankommt – oder weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Im Umgang mit Gruppen dieser „Sachverständigen“ wähnt man sich zuweilen nicht unter Christenmenschen, sondern eher im Dunstkreis einer kriminellen Vereinigung.
                                                                                                                      Seit wenigen Jahren gibt es die Möglichkeit, als Kirchenmusiker, Musikhistoriker oder Musikwissenschaftler ein Ergänzungsstudium mit dem Abschluss "Organ expert" (Master of Arts) zu absolvieren. Dieses Aufbaustudium findet an mehreren europäischen Instituten statt und ist maßgebliches Ergebnis der Lobbyarbeit der VOD (Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands), um das deutsche Orgelsachverständigen-Modell auf ganz Europa auszuweiten. Die Inhalte dieses Studienganges beziehen sich naturgemäßg vornehmlich auf theoretische Belange, die wiederum nicht dazu angetan sind, praxisnahe Erfahrungen zu sammeln und späterhin Kirchengemeinden entsprechend kompetent zu beraten - eine Blase für Theoretiker, die sich mit dem MA noch wichtiger machen können als bisher. Dass dies reine Milieupolitik ist, ist offensichtlich, denn anstatt diesen Studiengang auch für Orgelbaumeister zu öffnen (was die ganze Angelegenheit wenigstens halbwegs glaubwürdig machen würde, denn man will ja angeblich die Kompetenz der OSV verbessern), bleibt man lieber unter sich, denn so funktionieren die korrupten Seilschaften besser. Nach außen hin wird dies natürlich anders begründet. So wird das üble deutsche System exportiert, mafiose Strukturen auf ganz Europa ausgeweitet wie Metastasen eines Krebsgeschwürs.  ..."

Quelle: 
www.henny-jahn.com   www.youtube.com/watch?v=BPDa7kmBn4s                         

 

                                                                                                                     

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