Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche
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Abmahnung durch OrganART Media ohne vorherige Kontaktaufnahme - Kosten: 911,80 € - Gegenstandswert: 25.000 €
Die von mir auf dieser Seite getätigten Äußerungen, 1. der OrganART Media-Kunde Herr Roland van den Berg (Utrecht/NL) warte heute noch, also zwei Jahre später, auf die Nachbesserung des Mangels „noises at end of the release tails“ seines OrganART Media Sets "Trost-Orgel 1730 Waltershausen" und OrganART Media lasse sich hierbei „Zeit“, 2. die Firma OrganART Media gebe weitere hochpreisige Sets heraus, ohne das oben genannte Set nachzubessern, entsprachen lt. der Aussagen von Prof. em. Helmut Maier (OrganART Media) und Roland van den Berg nicht der Wahrheit.
Herr Prof. em. Helmut Maier war mit der Textpassage eines langen Kommentars bzgl. der von mir dargestellten Update-Politik von Sampleset-Herstellern (die ich übrigens gewissenhaft recherchiert hatte) in den Hauptwerk-News nicht einverstanden. Er schrieb mir keine E-Mail, sondern ließ mir unvermittelt eine erheblich kostenpflichtige anwaltliche Abmahnung (911,80 €) zustellen. Sie beinhaltete m.W. die maximal mögliche juristische Einwirkungsmöglichkeit.
Zur Vermeidung weiterer und vermutlich sehr langwieriger rechtlicher Auseinandersetzungen mit OrganART Media resp. Herrn Prof. em. Helmut Maier habe ich mich unter Vernachlässigung der Zweifel meiner Ratio (wegen der m.E. sich widersprechenden Angaben) zu o.g. Erklärung entschlossen, da man zu einer Mediation offensichtlich nicht bereit war und m.E. unverhältnismäßig hart gegen mich vorgehen wollte, nachdem ich die monierte Textstelle ohne Anerkennung einer Rechtspflicht bereits gelöscht hatte.
Ich möchte durch diesen Schritt das für mich persönlich in einem gewissen Sinne intellektuell enttäuschende Kapitel Hauptwerk abschließen.
Interessenten mögen sich gerne melden. Hinsichtlich des Set-Verkaufs wird die Erlaubnis der Hersteller eingeholt. (Kontakt s. Impressum) FOR SALE - Verkäufe zur Teilfinanzierung der OAM-Abmahnung
Nunmehr werde ich wohl die 911,80 € an den dienenden Rechtsanwalt zahlen, nachdem ich die Unterlassungserklärung in modifizierter Form unterzeichnet und abgesandt habe. So hoffe ich, dass man im Hause OrganART Media Genugtuung verspürt und man mich nunmehr in Ruhe lässt.
Persönlich halte ich - im Perspektivwechsel - diese Abmahn-Strategie von OAM für medienpsychologisch recht kontraproduktiv, ja nahezu für ein PR-Desaster. Die Angelegenheit hätte man regeln können. Psychologisch gesprochen determiniert sie sich wohl analog dem Beispielsatz: "Denke nicht an ein gelbes Auto!"
In diesem Zusammenhang darf ich einen anderen Set-Hersteller erwähnen, nämlich Dr. Jiri Zurek von Sonus paradisi, der von mir ebenfalls aus der Verbrauchersicht kritisiert wurde - in der Sache vielleicht sogar noch härter (so schrieb er meiner Erinnerung nach jedenfalls, dass er mich als härtesten Kritiker wahrgenommen habe). Wie hat Zurek auf Kritik reagiert? Er setzte sich auf den Hosenboden und verbesserte die Qualität seiner Produkte merklich. Darüber hinaus nahm er initiativ mit mir Kontakt auf und sandte den Beta-Teil eines überarbeiteten Sets zur Prüfung und Kommentierung zu. So konstruktiv kann man mit Kritik umgehen.
Meine seit 2007 gewachsenen, ausdrücklich verbraucherorientierten und vor allen Dngen korruptionsfreien 16 Hauptwerk-Subpages sind wegen möglicher weiterer und unverhofft eintreffender Abmahnungen umfänglich gelöscht worden. Diese HW-Seiten dürften vermutlich andernorts gespeichert sein und somit der interessierten Nachwelt erhalten bleiben. Als kostenfreier Werbeträger und Multiplikator der Verbundsoftware Hauptwerk stehe ich ab sofort nicht mehr zur Verfügung.
Ein letzter Anstoß zum o.g. Schritt lag in der Wahrnehmung folgender Umstände:
Erstens kann man auf diese Art und Weise vermutlich zutreffend und nachhaltig aufzeigen, wie die m.E. grundsätzliche Mentalität in dieser behaupteten Community strukturiert ist.
Zweitens war für mich dadurch eine Loslösung von der sich m.E. insgesamt prätentiös gerierenden "geschlossenen Hauptwerk-Gesellschaft" (Zitat) erleichtert, denn ich mochte mich zunehmend weniger mit der subjektiv empfundenen Melange aus pseudowissenschaftlicher Dokumentationsillusion, preislicher Maßlosigkeit, bemühter Überlegenheitsattitüde, Produktintransparenz und einem z.T. problematischen Geschäftsgebaren bei Unregelmäßigkeiten der Waren identifizieren und mit meinem Namen für diese merkantilen Produkte werbend eintreten.
Spätestens um die Jahreswende 2008/2009 (zu dieser Zeit wurde HW zudem noch "US-amerikanisch") wurde mir persönlich durch einige beachtliche und für mich letztlich im Nachhinein schockierende Erlebnisse hinter den Kulissen deutlicher, dass in dieser Community vermutlich etwas nicht stimmt. Hauptwerk stellt für nicht wenige User einen m.E. überhöht wahrgenommes Identifikationsterrain dar. Ich hatte diesen Umstand stets mit "ideologisch" beschrieben. Ein Neuling der Szene beschrieb mir seine diesbezüglichen Eindrücke mit dem Wort "Sektierertum". Für diese Sicht spricht der Umstand, dass das in HW-Kreisen gepflegte Vokabular in der Tat durchaus auch religiösen Topoi zuzuordnen ist. Die Worte "Sample set developers and their mission", "oasis of peace" oder "the new incarnation of St. Anne's for V4" sind nur einige wenige Beispiele.
Es kommt erschwerend zum Tragen, dass man sich in der Regel mit der Software ein reales Instrument aus einem als heilig wahrgenommenen Raum in die heimischen vier Wände elektroakustisch projiziert. Religionsphänomenologisch gesprochen wird diese Orgel dann zum sakrosankten Hausaltar, weshalb z.B. ein im Prospekt angebrachtes Kreuz die innerpsychischen und salutogenetischen Sehnsüchte und Hoffnungen visualisieren kann und zuweilen als Ideal gewertet wird ("Het ideale Hauptwerk orgel"). Ich weiß durchaus darum, dass eine derartige Analyse für Leser, die sich noch nie mit derlei Dingen beschäftigen durften, durchaus befremdlich wirken kann und in der Regel mit sog. institutioneller Abwehr reagiert wird.
Und damit sind wird dann drittens bei folgender Feststellung: Die zur Verfügung stehenden Wahrnehmungsebenen waren letztlich durch Disparität gekennzeichnet, was sich in mancherlei devot-sekundierender Foren-Äußerung deutlichst und somit bestätigend erwiesen hat; man könnte es auch anders ausdrücken: Diese Szene ist mir angesichts dessen, was an Werbebehauptungen verlautbart wird und man an Beträgen zu entrichten hat, ausdrücklich nicht reflexiv genug, obwohl sie gerne die Aura des Akademischen touchiert. Ausnahmen bestätigen gewiss die Regel.
Die meinerseits wahrgenommenen Spielchen um Macht und Einfluss, Diplomatie und Unterwürfigkeit im Märklin-Format mag man weiterhin ungestört pflegen.
Es ist jedem Lesenden unbenommen, sich ein jeweils eigenes kognitives Konstrukt dieser Causa zurechtzulegen. Der Sturm im Wasserglas dürfte sich indes auch in Bälde gelegt haben. Offiziell gibt es weltweit vielleicht 2100 Nutzer, in den Niederlanden 220 und in deutschen Landen 160, von denen gewiss nicht alle die Vollversion besitzen oder gar nur die Konkurrenzsoftware MyOrgan oder GrandOrgue gebrauchen.
Qui pote celare vitium, vitium non fugit.
Für die guten Kontakte, die ich im Laufe der Jahre mitunter erfahren durfte, möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken.
In diesem Sinne: Herzliche Grüße aus Westfalen! (mpk)
