Journal für Orgel, Musica Sacra und Kirche

                   ISSN 2509-7601
 

 


Chapeau, sehr gut gebrüllt - und was war sonst noch?

Der Münsteraner Bischof Clemens August Kardinal Graf von Galen im Lichte des Philosophen Josef Pieper    

 Text im Schreibprozess        

Während meines Theologiestudiums wurde ich auf eine Vorlesung Josef Piepers im Münsteraner Fürstenberg-Haus aufmerksam. Freitagmittags hatte die Veranstaltung des längst emeritierten und betagten Herrn eine treue und gar nicht einmal geringe Zuhörerschaft gefunden. Ich meine, zwei Semester lang immer mal wieder dort gewesen zu sein. An die Themen vermag ich mich nicht mehr genau zu erinnern; es mag wohl etwas im Spannungsfeld des Thomas von Aquin oder der Tugenden gewesen sein. Die Trefferquote dürfte bei Josef Pieper relativ hoch sein.

Was mir gleichwohl sehr gut im Gedächtnis blieb, waren die Worte Piepers anlässlich eines Vortragsabends, den ich aus entstandener Neugierde besuchte. Hier fiel das Stichwort Kardinal von Galen. Und so hörte ich - damals noch ganz zu meinem Erstaunen - Piepers Einschätzung, wie man sie hier unter dem ersten nachfolgenden YouTube-Link nachhören kann (Autobiographie "Noch wußte es niemand").

Also kurzum: Galen wurde damals laut Pieper als Berliner Pfarrer für deutschnational gehalten und als Münsteraner Pfarrer von St. Lamberti - insbesondere von Mitbrüdern - gar mit dem Begriff Nazi in Verbindung gebracht. Aufgrund seiner patriarchalischen Gesellschaftsvorstellungen sei Galen "wenngleich nur für kurze Zeit" für die nationalsozialistische Ideologie anfällig gewesen.

Es ist bekannt, dass das sehr homogene katholische Zentrumsmilieu den Nationalsozialisten insbesondere nördlich der Mainlinie die schlechtesten Wahlergebnisse bescherte. ...
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https://youtu.be/55qrTBIzuk8?t=459   Galen als Pfarrer zu St. Lamberti ...  

https://youtu.be/_5TRrchPLuM?t=399   Galen gratuliert zur Hochzeit ...     

https://youtu.be/czagNLBYVfM?t=1906   Galen als Kunde und Schauspieler ...  

https://youtu.be/7UuCA452hkw?t=293   Galen und die Besatzungsmächte ... 

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Audiatur et altera pars, und das sehr detailreich - Joachim Kuropka      

https://youtu.be/70AXzx_L_0c?t=1404   

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MuTh-Empfehlung: Josef Pieper im O-Ton 


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Peter Bürger über die bischöfliche Situation 1941 in Münster 


Im Sommer 1941 hält Bischof Galen seine bekannten Münsteraner Predigten gegen die Euthanasie-Verbrechen der Nationalsozialisten. Der weitaus größte Teil der betroffenen Behindertenheime befindet sich auf dem Terrain des Nachbarbistums Paderborn. Im Herbst desselben Jahres leistet der neue Paderborner Erzbischof Lorenz Jäger seinen Treueeid beim Oberpräsidenten in Münster, mit dem er Galen in den Rücken fällt. Jäger ergänzt den seit dem Konkordat verpflichtenden Eid freiwillig um eine verstörend pathetische Ergebenheitsbekundung zum nationalsozialistischen Staat. 

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Dr. Hans-Ludwig Warnecke - Das letzte Stündlein des Kardinals  


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Bildnachweis: 1. Josef Pieper/YouTube-Video - Josef Pieper 07 ‚Noch wußte es niemand‘/Dieter Hattrup liest; 2. Bischof von Galen/Domkapitular Gustav Albers († 1957) - Bildersammlung des Bistumsarchivs Münster, des Erbnehmers der Urheberrechte, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1684057

                                                                                                                         

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